Posts Tagged ‘Barcamp’

Leute, Leute, Leute

November 29th, 2009

Heißes Thema beim Videocamp in Essen: Die FlipCam. Auch, weil Flip als Sponsor da war und Dutzende Leihgeräte zur Verfügung stellte; primär aber, weil all die videoaffinen Menschen mit der Flip die Chance sehen, ohne großen Aufwand hoch auflösende Bewegtbilder herzustellen. Das Konzept ist verführerisch: Einschalten, roten Knopf drücken, aufnehmen. Die Kamera braucht keine Zeit zum Hochfahren, hat auch keine Einstellungsmöglichkeiten – sie macht einfach das, was sie soll: sie nimmt Video auf. Damit bekommt sie die volle Punktzahl in der Kategorie Usability; auch deshalb, weil sie alle wichtigen Tools onboard hat: USB-Dongle und Software sind in die Cam integriert; wer einen Mac oder PC hat, braucht sich um die Installation keine Gedanken zu machen. Die Software selbst ist intuitiv: Bilder werden getrimmt und per Drag & Drop aneinandergefügt. Die Software setzt automatisch Blenden, legt Musik unter oder über die Bilder – der Film wird gerechnet, Upload – fertig. Das Ganze liefert einen hohen Fun-Faktor, nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch und ist damit ideal für Menschen, denen Video früher immer zu kompliziert war. Die Einfachheit der Kamera erkauft man sich allerdings mit einer nicht festellbaren Blende, einer festen Brennweite (die ein nicht allzu weitwinkliges Bild liefert) und dadurch bedingt wenigen Variationsmöglichkeiten bei der Aufnahme. Aus meinen Testshots ist folgender kleiner Clip entstanden mit vielen Leuten, Leuten, Leuten auf dem Videocamp:

Spannend für mich als Fernsehjournalisten ist darüber hinaus allerdings die Frage, ob die Flip als “Immerdaheihabkamera” taugen könnte, im ganz aktuellen Fall sendefähige Bilder zu drehen, die spannende Einstellungen einfangen könnte, bis eine “richtige” Kamera angerückt ist. Dem steht auf den ersten Blick entgegen, dass die Flip 30 Bilder in der Sekunde progressiv dreht; Fernsehen in Deutschland aber mit 50 Halbbildern pro Sekunde läuft. Die üblichen Konvertierungsmethoden liefern da noch keine 100-prozentig befriedigenden Ergebnisse. Dennoch lohnt es sich, noch ein bisschen weiter auf der Idee herumzudenken: Die Flip liefert als Kamera in Handygröße tolles Rohmaterial, Tiefe, ausdrucksstarke Farben – grundsätzlich also sendefähig, wenn es einen praktikablen Workaround gibt.

Zum Abschluss noch ein Wort zum Videocamp selbst: Ich habe zum ersten Mal ein Camp in Essen erlebt und bin sowohl von der Orga (Dank an Stefan, Evy et al.) als auch vom Unperfekthaus begeistert. Die Teilnehmerzahl am Camp war nicht allzu hoch, dafür war die Community sehr kompetent, heterogen und diskussionsfreudig in alles Fragen rund um Video. Mir hat’s Spaß gemacht, ich habe viele neue Ideen, Fakten und Inspiration mitgenommen. Und ‘ne FlipCam. Denn: Die hab ich gewonnen. Klasse.

Review: Future Music Camp 09

July 6th, 2009

Inhaltlich ist zum #FMC09 an der Popakademie Mannheim sicherlich schon viel gebloggt worden. Ich war auch da, in offizieller Mission als Reporter für RNF, um den Menschen draußen am Fernsehen zu zeigen, welch außergewöhnliche Dinge sich an der Akademie abgespielt haben. Der Sendetermin für das Stück steht noch nicht fest, das wird irgendwann diese Woche sein. Wer’s genau wissen will, sollte @RNFde folgen oder immer mal bei RNF.de in die Programmvorschau für RNF Life reinklicken, da gibt’s rechtzeitig die Ankündigung.

Der Beitrag wird sich einreihen in die Berichterstattung über viele aktuelle Ereignisse in der Metropolregion Rhein-Neckar. Da ich den Film nun aber schon heute fertig gemacht habe, stelle ich ihn gerne als Sneak Preview ins Netz – besser wird er vom Rumliegen ja auch nicht. Für die “interessierte Öffentlichkeit” wird viel vermeintlich Banales zu sehen sein: Ihr alle wisst natürlich, wie ein Barcamp funktioniert; nicht jedoch das Gros der etwa 280.000 Zuschauer in und um Mannheim, die den Beitrag im normalen Programm sehen werden. Ich habe also versucht, die Zusammenhänge möglichst allgemeinverständlich darzustellen. Natürlich ist das Thema des Barcamps als solches in der Tiefe seiner Diskussion nur angerissen; aber so ist nunmal Fernsehen. Ich hoffe, Euch gefällt’s trotzdem ein bisschen.

Moderation

Die Zeiten, in denen man in den Laden ging, um eine CD zu kaufen, sind vorbei. Musik wird runtergeladen, legal und illegal, und dann als mp3 angehört, auf dem iPod oder dem Handy oder am PC – die Möglichkeiten sind fast unüberschaubar. Das passt der klassischen Musikindustrie genau genommen überhaupt nicht. Sie verliert ihre Geschäftsgrudlage, weil Musik im digitalen Zeitalter verlustfrei kopiert und weitergegeben werden kann. Unter anderem damit beschäftigte sich am Wochenende eine ungewöhnliche Konferenz in der Popakademie. Es ging dabei um nicht weniger, als neue Geschäftsmodelle für die Musikwirtschaft zu entwickeln.