Archive for the ‘Web 2.0’ category

Posterous

May 29th, 2009

Nicht, dass dieser Post irgendeine inhaltliche Relevanz hätte. Eigentlich geht’s mir nur darum, den neuen Service posterous.com zu testen. Der Dienst verspricht, Bilder, Audio und Video zu verwalten, tumblr-ähnlich online zu stellen und sie darüber hinaus aber auch an verschiedene Dienste weiterzuleiten – etwa zu Facebook, Twitter oder ins eigene Blog.

Das probiere ich hier nun mal mit einem vergleichsweise unwwesentlichen Video und einem Foto, die beide meine persönliche Sicht auf die Dinge zeigen, wenn ich Nachrichten lese: Teleprompter, Kontrollmonitor, Mikrofon, viel Licht. Wenn’s hier im Blog doof aussieht, sollte ich mich eventuell nochmal ausführlich mit Posterous befassen. Wenn nicht, hab ich mein neues Lieblingstool fürs mobile Bloggen gefunden, was ich bisher mit Utterli erledigt habe.

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MOV_0407.3gp (869 KB)

Posted via email from kirscheplotzer’s posterous

Unvermeidlich: re:publica 09

April 7th, 2009

Wenig Handfestes, etwas Greifbares, viel Wertvolles – meine Premiere auf der Blogger-Konferenz

Inzwischen haben sie sich gesetzt, die Eindrücke aus der Kalkscheune und dem Friedrichstadtpalast. Ich will Euch nicht mit der x-ten “re:view” langweilen – andere haben das alles längst niedergeschrieben und ihren berufenen Senf dazu gegeben. Eine Weile hab’ ich überlegt, ob ich überhaupt noch was über die re:publica schreiben soll – aber hey… eine Bloggerkonferenz besuchen ohne einen Blogpost abzusetzen – wo kämen wir denn da hin?!?

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Ich war ja irgendwie mit zwei Hüten da: In erster Linie als Journalist (der Beitrag ist mangels Platz in der Sendung noch nicht on air gewesen), in zweiter Linie eben auch als Blogger. Wurde ja auch Zeit, dass ich mir “die Szene” mal anschaue. Und es passte irgendwie auch ganz gut zum 1. Geburtstag von deltanews.de.  Mir ging es da offenbar wie vielen “Artgenossen”: Man will die Leute hinter den Nicknames auf Twitter und die Leute von der Blogroll einfach mal sehen, bestenfalls kennenlernen, ein bisschen schnacken und ein Gesicht zu den Tweets und Posts bekommen. Dieses Ziel hat sich für mich zu 100 Prozent erfüllt. Es waren a) jede Menge Online-Bekanntschaften da und b) sie waren identifizierbar. Meine Timeline wurde real. Was mich in der früher getroffenen Annahme bestärkt hat, dass viele Blogger und Twitterer sich von anderen Spezies im Web unterscheiden, die ihre Persönlichkeit verschleiern und komplett anonymisieren. Das war der Grund, weswegen ich mich früher von Foren fernhielt, in denen man sich zum Freiwild für Trolle machte. In der Blogosphäre stehen letzten Endes dann doch “reale” Menschen hinter der Meinung – das macht das Mitmachweb sympathisch und straft in meinen Augen diejenigen Stimmen Lügen, die Web-Zwo-Nullies als Tasten tippende, sozial verhärmte, nachtaktive Monster sehen. Ich habe in Berlin eine aktive, sozial kompetente, intelligente (ok, ich lass langsam gut sein…) lustige Masse Mensch getroffen.

Irgendwann erreichten mich DMs, ob ich in der Spree versoffen sei. Das viele Real-Life-Geschnacke führte dazu, dass ich ausgerechnet auf der re:publica so offline war wie lange nicht… Wie absurd ist das denn? Zumal es nicht mit dem fehlenden W-LAN zusammen hing oder einer iPhone-geplagten, überlasteten T-Mobile-Zelle (ich hab ja Vodafone ;-) ). Nee, ich hab’ einfach nur mit Menschen geredet. Die ganze Chose war schlichtweg kurzweilig, kommunikativ, lustig. Face to Face. Und die Themen gingen nicht aus. Wie auch das Schaf schrieb:

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Und darum ging’s ja nun. Soviel zum Wertvollen.

Zum Greifbaren: der Poken. Man! What a hype! Herrlich. Ich hab selten so viel Spaß mit einem USB-Stick gehabt. Erwachsene, durchaus ernstzunehmende Menschen, tragen einen Pandabären, Biene Maja oder den Voodoo-Typen um den Hals und freuen sich, wenn beim “High Four” ein grünes Lichterl leuchtet. Mal im Ernst: Der Poken als elektronische Visitenkarte zum Connecten in allen möglichen Netzwerken war eine Innovation auf der re:publica – in einer Nacht- und Nebelaktion aus den Niederlanden importiert, halboffiziell in der Kalkscheune vercheckt – ein Live-Meme mit Spaßfaktor. Feines Spielzeug der early adopters. Klasse.

Was mir nur fehlte, war das Handfeste, die News. Der Hint auf das nächste “Big Thing”. Ich hörte in den Panels Vieles zur Selbstpositionierung der Blogbranche. Das, was anderswo als Orientierungslosigkeit oder Stagnation gewertet wurde. Nun ja – nach Jahren rasender Entwicklung darf man sich ja durchaus mal die ein oder andere Sinnfrage stellen. Ist ja ok, solange die Zunft am Ende nicht in kollektiver Depression versinkt.

Was ich nicht ganz verstehe, das möchte ich an dieser Stelle mal anmerken, ist die Stellenwertdiskussion um Blogs und Journalismus. Manchmal erscheint es mir, als wollten die größten Verfechter der Freiheit im Netz den Journalismus niederschreiben. Warum eigentlich? Ich bin der Diskussion um Medienwandel mit gemischten Gefühlen gefolgt.

Warum finden einzelne Blogs nicht die Akzeptanz und das Gewicht wie “etablierte” Medien und gegebenenfalls ihre Online-Portale? Ich glaube, die Antworten liegen näher, als man gemeinhin denkt: Etablierte Redaktionen bieten ein breites Portfolio an Information und sie haben an sich selbst den Anspruch, in den selbst gewählten Themenfelder das “relevant set” an Themen möglichst vollständig und gewichtet abzubilden. Zum Filtern, Aufbereiten und Gewichten der Information braucht es Manpower, also Menschen. Sie agieren als Organisation – das ist die Redaktion. Wobei zum Job des Redakteurs eben auch mal gehört, dass er sich mit Dingen beschäftigt, die ihn nicht so sehr interessieren und die ihm nicht so liegen. Und er wird dennoch versuchen, sie auf das Relevante zu aggregieren, objektiv aufzubereiten, und sich dann eine gegebenfalls in einem Kommentar oder einem Leitartkel eine Meinung zu bilden. Das bedeutet für den User oder Leser kurze Wege und wenig Aufwand: Sein Bedarf an Information wird gestillt, er hat einen Überblick über das Weltgeschehen. Die Usability eines Nachrichtenportals als einer einzigen Quelle ist unschlagbar.

Bei Blogs sieht das doch ein bisschen anders aus. Davon mal abgesehen, dass ich als User viel Zeit investieren muss, um meinen Reader qualifiziert zu füllen. In Blogs herrscht Meinung vor, die oftmals bereits auf Sekundärquellen beruht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Viele in der Blogosphäre sind Einzelkämpfer und beackern Spezialthemen. Oft in der Freizeit, sehr idealistisch, unbezahlt. Ich habe dort viel Qualität gelesen, Ernsthaftes, Lustiges, Bedenkenswertes. Und meine Orientierungsphase diesbezüglich ist noch lange nicht abgeschlossen. Aber die gesammelte Information, die ich als User bekomme und in meinem Feedreader finde, ist nunmal weitestgehend unstrukturiert, nahezu willkürlich, viele Bereiche des Lebens finden gar keine Beachtung. Oder ist klar einer Interessenseite zuzuordnen und braucht eine entsprechende Quellenkritik. Jedenfalls ist dieser Mix nicht so, dass ich von heute auf morgen die Information von professionellen Redaktionen (egal ob Zeitung, Radio, Fernsehen oder Online-Portal, je nach Zugangsmöglichkeit) damit substituieren würde ohne in der Angst zu leben, die nächste Bundestagswahl zu verpassen.

Nun könnten Blogger sich zusammen tun und sagen: “Ok, wir liefern ein Vollsortiment. Wir decken die relevanten Themen ab, so dass ein Leser sich gut informiert fühlt und bei uns liest. Wir schaffen Objektivität. Wir haben eine Meinung. Wir machen ein unabhängiges Blogportal.” Was am Ende rauskäme, davon bin ich überzeugt, wäre nicht weit von den bekannten Nachrichtenportalen entfernt. Es würde bedeuten, dass die Blogger sich redaktionell organisieren (müssen), virtuell oder tatsächlich. Das ist dann bald auch nicht mehr in der Freizeit zu stemmen, man geht ja eine Verpflichtung gegenüber seinen Lesern ein hinsichtlich Quantität, Qualität und Konstanz… das Portal wird vermarktet… Werbung… und der ganze Rattenschwanz. Mit der Diskussion: Was wollen wir den Usern bieten? Wer beackert welches Thema? Welches Thema lassen wir weg? Welche Stellung beziehen wir zu diesem oder jenem Thema? Also ist es am Ende dann doch wieder Journalismus. Die Grenzen verwischen. Das tun sie eh schon. Und ich finde es ok.

Dagegen finde ich es ziemlichen Kappes, Journalisten per se als das Feindbild der Blogosphäre aufzubauen, wie ich es auch habe anklingen hören. Sicherlich gibt es Populisten in der Zunft. Themenfilter. Kampagnenmacher. Sie stehen dann auch im Kreuzfeuer der Blogs. Zurecht. Wobei Blogger da ihrerseits sehr selektiv sind und gleich nach ganz oben ins Regal greifen. Welcher Blogger kümmert sich in der Medienkritik beispielsweise um die Heerscharen von Lokal- und Regionaljournalisten oder setzt sich selbst mal in eine Gemeinderatssitzung auf dem Dorf und verbreitet Information und Meinung darüber? Liest hunderte Mails regionaler Polizeistationen, filtert, wählt aus. Wühlt sich durch Pressemitteilungen von Ortsvereinen. Laaaangweilig. Stimmt – das ist hartes Brot und brächte erstmal nicht viele Klicks. Ist aber auch Arbeit von Journalisten. Und aus dieser Arbeit entstehen oft erst die Geschichten, die dann in den großen Portalen landen. Es sind die Puzzlestückchen, die das große Ganze formen. Journalismus ist aktives Netzwerken auf breiter Basis mit Presseagenturen als Mittler. Blogger werfen Journalisten zuweilen vor auf einem hohen Ross zu sitzen, weil sie sich als die wahren “Hüter der Information” wähnen. Naja – lässt man den Pathos mal weg, dann ist Vieles im Journalismus Routine-Arbeit, Handwerk, Zeug, das weggeschafft wird. Nicht in jeder 60-Zeilen-Meldung auf Seite 3 steckt potenziell ein Pulitzer-Preis und nicht jeder 30-Sekünder ist ein Quotenbringer.

Mal sehen. Wir sind ja mittendrin im Wandel. Mit einer wachsenden Online-Bevölkerung finden sich wahrscheinlich auch immer weitere Spielarten des Bloggens, etwa regionale oder spartenorientierte Bloggernetzwerke. Varianten, die heute noch nicht so verbreitet sind, jedenfalls nicht flächendeckend. Und darüber wird sich auch die Wahrnehmung unter den Lesern verändern, von denen viele heute noch “Blog” mit “öffentlichem Fotoalbum” gleichsetzen. Eine Diskussion darüber finde ich wichtig, nicht nur online, sondern face-to-face. Dafür ist die re:publica ein perfektes Forum – daher zum Ende einfach nochmal ein Dank an Johnny Häusler et al. – Gut gemacht!

Twitter Frenzy

March 5th, 2009

Einfach immer wieder lustig, und deshalb nun (auch noch) hier verewigt.

Ääähm… Welcher Twitterer erkennt sich da nicht wieder? Mal die Hand hoch… ;)

Bad News from Mumbai

November 26th, 2008

Heute Abend hatte Twitter etwas Erschreckendes: Nähe. Als gegen 19:30 Uhr die ersten Meldungen von den terroristischen Anschlägen in Indien über die offiziellen Agenturen liefen (dpa-Eil um 19:33 Uhr: “Zahlreiche Tote bei Terror-Serie in Bombay”), hatte sich die Nachricht über Twitter längst verbreitet. Von vor Ort stellten Twitterer ihre eigenen Beobachtungen oder das, was sie im lokalen Fernsehen sahen, ins Netz. Nun ist man als Journalist immer einer gewissen “Quellenkritik” verhaftet, klar. Check, Gegencheck, Meldung. Dennoch gehen die Zeilen, etwa von @kari_shma, unter die Haut. Sie berichtete über Stunden, was sie live im Fernsehen sah, meldete Gerüchte, unbestätigte und schließlich bestätigte Meldungen.

So direkt, so knapp aufeinander folgten die News, dass zumindest ich nicht die Augen vom Twitter-Stream lassen wollte. Nebenbei lief bei mir CNN, wo die Twitter-Meldungen nach und nach ihre Bestätigung fanden, derweil deutsche Sender wie n-tv und N24 zunächst beim Standard-Programm kleben blieben. Ebenfalls nah am Geschehen war und ist @gsik, der seinen Tweets zufolge schließlich sogar amerikanische Stationen mit Interviews versorgte und mit ihnen via Twitter Kontakt hielt:

In der heißen Phase stiegen seine Follower-Zahlen sozusagen minütlich. Noch ist nicht absehbar, was sich in dieser Nacht noch alles herausstellen wird, nur eins scheint klar:

Mein persönliches TwitKrit*: Eine Hymne auf den @bigmue

November 26th, 2008

Weiland schrieb Erich Kästner:

“Nie soll man so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.”

Nun, ich möchte heute ergänzen: Es kommt drauf an. Ich mag Kakao. Und Selbstironie. Ein Milchmischgetränk, in der richtigen Süße angerührt, mag den darin liegenden Hohn vergessen machen. Zumal, wenn es einem von einem wie @bigmue gereicht wird.

Obschon man hinter der großen Sonnenbrille einen wahren Troll vermuten könnte (allein schon wegen des auf den ersten Blick ungepflegt-zotteligen Äußeren), handelt es sich mitnichten um einen. @bigmue gehört zu den Zeitgenossen, die Twitter und Plörk lesenswert machen. Er ist keineswegs ein Muttitelefonierer (auch wenn ihm das zuzeiten unterstellt wird), sondern ein lebenslustiger Zeitgenosse, der mit Kleinstkatastrophen des Alltags nicht hinterm Berg hält.

Und – das weiß ich auch eigener Erfahrung: @bigmue weiß zu gönnen. Er teilt seinen feinen Sinn für Quatsch und Klamauk der Krümelmonster- und Grobi-Kategorie, etwa in diesem Plirk:

Dies war der diensteübergreifende Verweis auf die zu dieser Zeit auf Twitter laufenden heißen Diskussion über Sinn, Zweck und politischen Inhalt der Obama-Rede an der Siegessäule, die mir folgende kleine Frage entlockt hatte:

Am gestrigen Abend schließlich legte der Herr @bigmue kleines, äußerlich völlig unverfängliches Bömbchen in die Timeline:

Es besticht die Offenheit des Inhalts: Wer ist “er”? Was könnte ihn, diesen Jemand, veranlassen, @bigmue zu entfollowen? Wo in der kryptischen Tinyurl-Adresse hat Herr @bigmue einen derart schlechten Scherz 2.0 versteckt, dass die Twitter-Höchststrafe verhängt werden könnte? Fragen, die sofortiges Anklicken geradezu herausfordern. Noch bevor ich dazu kam, hatten u.a bereits @rednix (“sehr schön :) ”) und @emathion (“Ganz großes Kino!”) ihre Replies abgesetzt. Durchaus Qualitätstwitterer also, deren positiver Kommentar die Neugier also durchaus beflügelten. Um es nicht länger zu machen als unbedingt nötig: Dieses Video verbirgt sich hinter dem Link:

51 Sekunden. 51 Sekunden dichter Spannung. 51 Sekunden, die einem unvermeidlichen Climax entgegenfließen. Und dann… dies. Der Fall in den Kakao-Eimer. In das Fass. Eine Badewanne, ein Swimming Pool voller Kaba.

Und doch lässt der Film Fragen offen: Hat die Schönheit ihren Schorsch nun einzig deswegen verlassen, weil sie Untreue und Ungemach vermutet? Und wenn ja – hat sie Schorsch nicht an die Gesamtheit “Twitter” verloren, an die Timeline, das Medium? Rührt daher seine stete Unaufmerksamkeit? Weil er immer auf der Suche nach dem perfekten Tweet ist? Rührt daher seine Müdigkeit? Diese durchtweeteten Nächte? Oder ist es wirklich @kirscheplotzer, der ihm den Schlaf raubt? Oder endet die Geschichte etwa ganz anders: In jenem Moment, als die @Schöne des @kirscheplotzers gewahr wird, treibt es sie zu ihm hin… (was die selbstverliebteste und auch die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten wäre, gewiss).

Nun könnte man auch vermuten, dass hinter @bigmue‘s Video eine kleine Follower-Viral-Aktion versteckt sein könnte… Ist es nicht. Wenn auch die Auswirkungen darauf schließen lassen, befördert wohl auch durch @rednix’s Blogpost: Über Nacht und auch heute sind immer mal wieder ein paar neue Follower eingetrudelt, die ich nun gerne an meiner Timeline teilhaben lasse. Und auch zurückfollowe. Ehrensache.

*TwitKrit ist das wahrscheinlich nicht eingetragene Markenzeichen des brillianten und überaus lesenswerten Tweet-Kritik-Blogs von der @pickiHH und dem @bosch und dem @mspro und anderen, dessen Name ich nun einfach mal und ohne nach einer Genehmigung zu fragen für diesen Blogpost verwendet habe. Weil’s halt so hübsch gepasst hat. Is doch okeh, oder?

Ordnung im Blog

November 16th, 2008

Das Blog ist ja so etwas wie die virtuelle Heimat eines WebZwoNullies. Das hab ich inzwischen kapiert. Der Knoten, an dem alles zusammenlaufen sollte, die Visitenkarte.

Meine Visitenkarte indes sah von Beginn an etwas wüst aus: Ein wildes Sammelsurium von Badges, Widgets und sonstigem Kram in der Sidebar, die als Zeiger in die weite Welt des WWW-2.0 weisen sollten, um mich – falls gewollt – bei verschiedenen Services auffindbar zu machen. Designmäßig war das nicht so dolle, aber zweckmäßig.

Mit dem Wildwuchs könnte jetzt Schluss sein, denn via @jodeleit bin ich auf retaggr.com aufmerksam geworden. Dieser Dienst aggregiert die virtuelle Identität im Web in einem bereits bereits recht gut ausgebauten Service. Hat man sich angemeldet und die Adressen seiner diversen Web-2.0-Aktivitäten hinterlegt, bekommt man als Ergebnis seine virtuelle Visitenkarte: ein Widget (siehe Sidebar) bzw. eine html-Signatur, die alle Profile, die man eben so pflegt, vereinigt. Die Icons sind clickable, und je nach Tiefe der Implementierung erscheinen die eigenen letzten Aktivitäten bei dem jeweiligen Dienst in einem kleinen Fensterchen: Updates, Playlists, Fotos, Videos, was auch immer. Besser habe ich das bisher noch nicht gesehen. Und: Die kompakte, schnörkelfreie Darstellung hält das eigene Blog designtechnisch einigermaßen sauber. Ich lass das jetzt mal eine Weile laufen und warte ab, welche weiteren Dienste noch integriert werden. Und inzwischen überlege ich mir, wie ich meine Sidebar weiter entrümple. :-)

Mein erster Weburzeltag

October 25th, 2008

Nun isses zwar schon ein paar Tage her, trotzdem möchte ich mich hier und öffentlich für die vielen Glückwünsche zum Geburtstag bedanken. Das geht leider nur so ganz global – wenn ich das bei jedem einzeln tun wollte, wäre ich (eventuell) bis zum nächsten Geburtstag beschäftigt…

Vielleicht ist das auch ein Phänomen im neuen Web: Dass man mal eben ganz schnell jemandem was Gutes wünscht – der Aufwand ist gering, die Freude groß. Bei mir schlugen die Glückwünsche via Twitter, Plörk, Xing, studiVZ etc. fast schon im Minutentakt ein – wie gesagt: vielen Dank Euch allen! Da ich per Blog, Twitter etc. zwar schon seit Jahren latent, aber so richtig eigentlich erst seit Monaten präsent bin, hat mich das doch etwas überrascht: einen echten “Weburzeltag” hatte ich bisher noch nicht.

Den Spitzenplatz im Glückwunschranking belegte dabei das Social Network Wer-kennt-wen: Dort liefen den Tag über etwa 55 Gästebucheinträge und an die 45 private Mails auf. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass WKW besonders in unserer Region zurzeit große Verbreitungserfolge feiert mit bislang nicht gesehenen Vernetzungsgraden. Ich nutze WKW eher passiv, soll heißen: Ich lasse mich anklicken, fiebere in der Community aber nicht übermäßig mit. Es gibt aber doch eine Menge Menschen, die WKW als nachgerade “süchtig machend” bezeichnen, obwohl die Community – objektiv betrachtet – keine anderen oder bessere Features mitbringt als studiVZ oder Xing und definitiv weniger als Facebook. Es scheint aber so etwas wie die “deutsche Volkscommunity” zu werden, weil sie Leute zusammenbringt, die ansonsten mit dem Web 2.0 nichts am Hut haben. Das ist zumindest mein subjektiver Eindruck, den @casi mit seinem Blogpost allerdings nur bestätigt. Mich haben dort verloren geglaubte Eishockeykumpels wieder gefunden, alte Freunde aus der Grundschule sowie jede Menge Zuschauer unserer Sendung. Mein Dad organisiert jetzt – nach fast 50 Jahren – ein Klassentreffen fast ausschließlich über WKW. Die “Silver Surfer” sammeln sich dort also auch – und zwar ohne dass WKW irgendwelche speziellen “Silver Surfer Features” anböte.

Nun: der “Burzeltagsglückwunschindex” ist mit Sicherheit nicht repräsentativ – aber irgendwie schon lustig.