Archive for the ‘Rund um den Job’ category

Review: Future Music Camp 09

July 6th, 2009

Inhaltlich ist zum #FMC09 an der Popakademie Mannheim sicherlich schon viel gebloggt worden. Ich war auch da, in offizieller Mission als Reporter für RNF, um den Menschen draußen am Fernsehen zu zeigen, welch außergewöhnliche Dinge sich an der Akademie abgespielt haben. Der Sendetermin für das Stück steht noch nicht fest, das wird irgendwann diese Woche sein. Wer’s genau wissen will, sollte @RNFde folgen oder immer mal bei RNF.de in die Programmvorschau für RNF Life reinklicken, da gibt’s rechtzeitig die Ankündigung.

Der Beitrag wird sich einreihen in die Berichterstattung über viele aktuelle Ereignisse in der Metropolregion Rhein-Neckar. Da ich den Film nun aber schon heute fertig gemacht habe, stelle ich ihn gerne als Sneak Preview ins Netz – besser wird er vom Rumliegen ja auch nicht. Für die “interessierte Öffentlichkeit” wird viel vermeintlich Banales zu sehen sein: Ihr alle wisst natürlich, wie ein Barcamp funktioniert; nicht jedoch das Gros der etwa 280.000 Zuschauer in und um Mannheim, die den Beitrag im normalen Programm sehen werden. Ich habe also versucht, die Zusammenhänge möglichst allgemeinverständlich darzustellen. Natürlich ist das Thema des Barcamps als solches in der Tiefe seiner Diskussion nur angerissen; aber so ist nunmal Fernsehen. Ich hoffe, Euch gefällt’s trotzdem ein bisschen.

Moderation

Die Zeiten, in denen man in den Laden ging, um eine CD zu kaufen, sind vorbei. Musik wird runtergeladen, legal und illegal, und dann als mp3 angehört, auf dem iPod oder dem Handy oder am PC – die Möglichkeiten sind fast unüberschaubar. Das passt der klassischen Musikindustrie genau genommen überhaupt nicht. Sie verliert ihre Geschäftsgrudlage, weil Musik im digitalen Zeitalter verlustfrei kopiert und weitergegeben werden kann. Unter anderem damit beschäftigte sich am Wochenende eine ungewöhnliche Konferenz in der Popakademie. Es ging dabei um nicht weniger, als neue Geschäftsmodelle für die Musikwirtschaft zu entwickeln.


Berlin in anderthalb Tagen – hello and goodbye

June 25th, 2009
Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Ich mag Berlin. Und immer mal wieder trägt der Job mich hin. Wie jetzt auch wieder. Normalerweise gibt es bei Terminen in der Hauptstadt kaum Zeit, sich in Ruhe umzusehen. Aber diesmal… – diesmal war das Programm nicht ganz so straff. Zum ersten Mal seit Jahren stand ich mal wieder ganz in Ruhe am Brandenburger Tor, das ich eigentlich nur als große Baustelle in Erinnerung hatte. Und obwohl ich nur meine kleine Handyknipse dabei hatte, gab das Tor doch ein so feines Motiv ab, dass selbst dieses Bild etwas wurde. Die Abendstimmung in einer der längsten Nächte des Jahres legte eine edle Atmosphäre über die Szenerie. » Read more: Berlin in anderthalb Tagen – hello and goodbye

LfK-Medienpreis 2009

May 11th, 2009

Am 4. Mai fand in Stuttgart die Verleihung der LfK-Medienpreise statt – RNF bekam zwei der begehrten Auszeichnungen (mehr hier), und heute kamen per Post ein paar Bilder der Veranstaltung.

Von Berlin in die Metropolregion

April 23rd, 2009

Die re:publica 09 im bewegten Bild bei RNF

Ich hatte ja schon über meine persönlichen Eindrücke auf der re:publica 09 geschrieben – was nun noch fehlte, war der Beitrag im Rhein-Neckar Fernsehen. Ich hatte mir vorgenommen, Blogger aus unserer Gegend zu finden, die eigens wegen des Bloggertreffens in die Hauptstadt fahren und sie zumindest ansatzweise zu porträtieren – dank Twitter ging diese Recherche relativ schnell. ;)

Ein Beitrag im Regionalsender mit Berlin als Hauptspielort ist natürlich eher ungewöhnlich, aber schließlich passte es dennoch: Da unser Sender zum Maimarkt in Mannheim seine noch recht jungen zwonulligen Aktvitäten im Internet auf breiter Ebene bekannt machen will, kam das Thema Blogs gerade recht. Anhand der beiden Blogger aus dem Rhein-Neckar-Dreieck (die wir in unserem RNF-Blogpost natürlich auch verlinkt haben) konnte ich das Thema so aufbereiten, dass via TV nun auch solche Menschen etwas über Interaktivität im Netz erfahren haben, die nicht täglich mit den bekannten Instrumenten umgehen.

Der folgende Beitrag ist im Original im RNF-Video-Portal zu sehen und ging am 23. April in RNF Life über den Sender.

Frage am Rande: Welche Nicknames habe ich da beim Dreh eigentlich eingefangen? @pickiHH, @50hz, @zoernert und @mc_o sind klar – und wen noch?

Fernsehen stirbt? I wo!

March 4th, 2009

Das war spannend und befruchtend, was Christian Gummig (targa.tv), Holger Preckel (Alcatel-Lucent), Ibrahim Evsan (Sevenload) und Peter Yves Ruland (Connected TV) heute beim Webciety Practice Panel zum Thema “Bewegtbild im Internet” zu diskutieren hatten. Es galt zu klären, ob es “Wunderwaffe oder Kostenfalle” sei – und die einhellige Meinung war: Langfristig gehört dem Video im Netz die Zukunft, in welcher Ausprägung auch immer es am Ende erscheinen mag. Das Geschäftsmodell “Fernsehen”, so wie wir es heute kennen, geht seinem Ende entgegen. Warum? Weil sich die User künftig von Videoplattformen nur noch das ziehen, was sie wirklich sehen wollen, angereichert mit auf den einzelnen Nutzer zugeschnittene Werbung. Streuverluste in der Werbung gehören damit der Vergangenheit an, ergo: Die Werbevermarkter werden ihre Budgets vermehrt in Plattformen stecken, die geringe Streuverluste garantieren. Soweit einige wenige Kernthesen der wirklich sehr interessanten Diskussion, die von kompetenter Seite viele neue Aspekte auf den Tisch brachte – und die ich sehr ernst nahm, denn schließlich geht’s hier um nicht weniger als meine Arbeitgeberbranche in toto.

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Nun beschäftige ich mich ja auch schon eine ganze Weile mit dem Thema – von der anderen Seite her kommend, als “klassisch” ausgebildeter Fernsehmensch, allerdings mit einer bekennenden und nicht zu übersehenden Affinität zu Web-2.0-Sujets und ihren Derivaten. Und natürlich machen sich auch die TV-Sender und -Anstalten Gedanken um ihre Rolle und ihre künftige Daseinsberechtigung, ob nationaler Marktführer oder regionaler Informationsversorger. Und wie sieht dieses künftige Selbstbild nun aus, das auf der Webciety ein wenig unterrepräsentiert war? Nun – wohl nicht so radikal negativ. Warum auch? Das Nutzerverhalten wird sich verschieben, ohne Frage. Die junge Internet-Elite besorgt sich Information und Unterhaltung anders als frühere Generationen. Und dennoch muss das Bewegtbild im Internet erst noch erwachsen werden, ehe es auf breiter Ebene eine Konkurrenz zum klassischen Fernsehen werden kann. Dazu nur einige wenige Anregungen und Überlegungen:

  • Fernsehen muss einfach sein. Auf die Couch setzen, Glotze an, reingucken. Komplizierter darf der Workflow nicht sein. Keine Ladezeiten, keine langen “Umschaltzeiten”. Content muss sofort und zuverlässig verfügbar sein. Das ist er heute im Internet nicht, und bisher habe ich noch kein Gerät entdeckt, das dieses “Plug & Play für Dummies” möglich macht.
  • Fernsehen muss vorsortiert sein. Weshalb haben journalistische Online-Portale den größeren Erfolg als viele, zum Teil qualitativ sehr hochwertige Blogs? Weil sie ein aggregiertes Abbild der Welt darstellen. Weil Journalisten eine Auswahl getroffen haben, die ein Großteil der Nutzer als das “Relevant Set” an Information ansieht. Weil der Nutzer auf einen Klick das Wichtigste des Tages vor Augen hat. Diese Aufgabe übernehmen im übertragenen Sinne heute bereits die Programmplaner des Fernsehens. Sie antizipieren den Willen ihrer Zuschauer; und sie tun das hoch professionell; ausgerichtet auf die breite Masse. Nischennutzer fühlen sich da zuweilen verloren, sicher. Aber auch die Verfechter des individuellen Fernsehens wollen ja an die breite Masse, denn sie verdient dem Anbieter letzten Endes das Geld. Wir dürfen also davon ausgehen, dass der Wille des Zuschauers bereits heute ausreichend gewürdigt wird. Es wird immer Menschen geben, die sich ein “individuelleres” Programm wünschen und dafür einen erhöhten Organisations- und Zeitaufwandaufwand beim Strukturieren und Durchforsten verschiedener Information- und Unterhaltungsquellen auf sich nehmen. Das sind jene, die heute bereits ihren Feedreader pflegen (und zu denen zähle ich mich dazu), neue Internetquellen recherchieren und sich damit quasi die eigene Redaktion machen. Sie werden sicherlich in Zukunft auch Video-RSS abonnieren und sich eine eigene Unterhaltungstimeline bauen. Aber will das Oma Kasuppke, die nette Dame von nebenan, auch? Oder will sie nicht lieber einfach nur “konsumieren”? Stressfrei. Vorgekaut, gewissermaßen.

Das große Manko des Fernsehens aktuell ist, dass es zeitgebunden stattfindet, und hier kann das Internet wirklich etwas tun. Auch das war ein Kerngedanke der Diskussion von heute, und zwar völlig zurecht. Zeitversetzte Übertragung ist eine Killerapplikation, durchaus. (Einschränkung: meistens. Denn ein spannendes Live-Event will gemeinsam erlebt werden. Die Eröffnung der Olympischen Spiele guckt sich zwei Wochen nach ihrer Erstausstrahlung kein Mensch mehr an…) Aber der Zeitversatz alleine macht noch keine Medienrevolution oder bewirkt gar, dass eines aufhört zu existieren.

Warum also sollte das Fernsehen von heute, der permanente Stream an Information und Unterhaltung, sterben, wenn er sich am Willen seiner Nutzer orientiert? Das wäre etwa so, als prophezeihe man das Ende des Radios, weil es nun MP3 gibt und jeder sich sein Radioprogramm selbst zusammen stellt. So wird es nicht kommen – das ist nach mehr als einem Jahrzehnt der Existenz von MP3s absehbar. Denn trotz Podcasts, spezialisierten Abo-Möglichkeiten im Internet, zielgruppenorientierter Werbeansprache etceterapeepee machen Millionen Menschen morgens als erstes den Radiowecker an, hören Musik und Nachrichten. Weil es technisch verdammt einfach ist und griffig aufbereitet wird. Viel mehr steckt nicht dahinter. Und später am Tag stöpselt sich der User dann den iPod ins Ohr und hört seine Lieblingsmucke. Die Vielfalt macht das Programm.

Was bedeutet das nun fürs Fernsehen? Ebenso: Friedliche Ko-Existenz, siehe Radio. Und dieses beifällige Nebeneinander wird im übrigen schon gelebt: Logiert man in einem Business-Hotel der höheren Klasse, so findet man dort im Zimmer einen Flatscreen und eine Tastatur. Fertig. Auf dem Flat ist nach Gutdünken klassisches Internet, klassisches TV und Video on demand abrufbar, meist auch noch Radio und eine virtuelle  CD-Sammlung. Alles in einem Gerät, perfekt. Eine Installation, die man sich für den Home-Bereich wünschte. Und wer ist dann gestorben? Niemand.

Ich für meinen Teil denke, die Medien wachsen in dieser Art und Weise zusammen, verschmelzen und ergänzen sich. Mit bescheidenen Mitteln haben wir als privater, regionaler Fernsehsender auf rnf.de eine Video-Plattform integriert, die die journalistischen Inhalte des TV-Programms RNF beinhaltet. Die Analyse des Nutzungsverhaltens heute zeigt: Die Erstrezeption eines Themas findet im Fernsehen statt – und danach folgt gegebenfalls der Run auf Video-Portal, je nach Brisanz und öffentlichem Interesse: Links werden vermailt, zum Teil auch getwittert, und wer etwas verpasst oder nicht richtig mitbekommen hat oder einen Beitrag einfach nochmal sehen will, hat nun eine sehr bequeme Möglichkeit, in Ruhe zu recherchieren oder ein Thema auf sich wirken zu lassen. Für diese Art der Nutzung ist Bewegtbild im Internet aus der Quelle von TV-Sendern nachgerade ideal. Es ist zeitlos, unabhängig, immer verfügbar. Aber eben auch so individuell, dass man mit seinem Programm alleine ist.

In der Diskusssion wurde die Interaktivität künftigen Fernsehens angesprochen: Livekommentare der Nutzer während der Sendung, Abstimmungen, Bewertungen – so wie Twitterer das heute schon leben, völlig plattformunabhängig und unaufgefordert. Das bedingt aber zeitgleichen Programmkonsum – erst dann macht gemeinsames, interaktives Fernsehen Spaß. Alleine glotzen langweilt. Womit sich die Verfechter des individualisierten Fernsehens aber in ihrer divergierenden Argumentation zum Thema IP-TV selbst widersprechen. Aber auch das ist eventuell nur ein Zeichen dafür, dass noch nichts wirklich geschwätzt und alles im Fluss ist.

Eine weitere Frage war: Wann wird sich ein einheitlicher Standard für IP-TV herausgebildet haben? Meine Meinung: Nie. Der ständige Wandel wird uns begleiten. Wer Kompatibilitäten schafft, gewinnt. Wer auf Standards wartet, hat schon verloren. Was für die Produktion von TV ebenso gilt wie für seine Distribution.

Zuletzt noch Nebenschauplatz, der sich geradezu aufdrängt: Ein Argument für ein individualisiertes IP-TV ist ja immer wieder auch der “demokratische” Aspekt. Wenn jeder Videos erstellen und uploaden kann und jeder die Videos ansehen könne, würden sich quasi von selbst neue Formate ergeben und Talente würden sich ihren Weg bahnen. Hehr, aber nicht sehr realistisch. Große Namen und große Marken entstehen, wenn sie die große Bühne bekommen. Heißt: Wenn viele Menschen zuschauen – oder eben zuschauen müssen, weil Programmmacher das so wollen. Die vermeintlichten Stars, die das Internet bisher gebar, waren in Wirklichkeit am Ende doch Stars, die das Fernsehen schuf, von Paul Potts über “Du bist mein Sonnenliiischt” bis zu Frau Zehnbauer. Sie wurden da richtig groß, als sie von der Welt des Webs auf die große Bühne des Fernsehens traten. Und um nochmal die Brücke zum Beginn zu schlagen: Die Werber werden darauf achten, dass die Bühne sich nicht selbst atomisiert. Werbung braucht die große Bühne, braucht deren Ikonen und Galionsfiguren und die Geschichten, die sich um sie ranken. Plakative und dennoch pointierte Stories. Massenkompatibel. Wirksam. Klatschig. Kitschig. Plots, auf die SpOn und Bild.de samt ihrer Druckerzeugnisse gleichermaßen reagieren. Es braucht Stars und Figuren, an denen sich User reiben können. Und diese Stars werden nicht in den unergründlichen Weiten von YouTube o.ä. gemacht, sondern im konzertierten Medienmix durch Permanenzpräsenz. So lauft’s Bissness, net anders. Alles andere ist Brei.

Dass die Bühne künftig nicht mehr auf einer Einbahnstraße via Satellit ins Wohnzimmer kommt, sondern auf dem vierspurigen, in beide Richtungen befahrbaren Datenhighway mit all seinen Möglichkeiten und Ausbaustufen, alles IP-basiert und in High Definition einerseits, mobil und unabhängig auf den PDA-Phone-Screen andererseits – das ist unstrittig. Aber das Konzept wird im Grundsatz immer noch Fernsehen sein, ergänzt um zusätzliche Formate, die Nutzungszweck wie künftigen Endgeräten angepasst sind.

…und in fünf Jahren schau’ ich mir diese Gedankengänge dann auch nochmal an… Und DANN schaumermal, was von dem Blick in die Kristallkugel noch übrig ist. Vielleicht ist dann auch alles wieder ganz anders. Oder wieder schwarz-weiß.

Top-News aus dem Delta – die 7. Kalenderwoche

February 12th, 2009

Nun heißt dieses Blog ja “Deltanews” – also will ich Euch auch mit News aus dem Delta, sprich dem Rhein-Neckar-Dreieck (neusprech: Metropolregion Rhein-Neckar), versorgen. Hier kommt die erste Wochenzusammenfassung (aktuellste Regional-News gibt’s übrigens jederzeit im Nachrichtenticker auf der Startseite des Rhein-Neckar Fernsehens).

Blitzreise in die USA

Nur wenige Stunden dauerte die Reise der beiden Oberbürgermeister aus Mannheim und Heidelberg, Dr. Peter Kurz und Dr. Eckart Würzner, nach Washington. Dort führten die beiden Stadtoberhäupter Gespräche, um den Abzug der US Army aus den beiden Städten beeinflussen oder gar verhindern zu können. Ein Umzug der amerikanischen Streitkräfte nach Wiesbaden, wie er geplant ist, hätte weit reichende Folgen auf die Stadtentwicklung und die Wirtschaftskraft in der Region – immerhin leben zurzeit etwa 30.000 Amerikaner in der Region, die jedes Jahr rund 50 Millionen Euro hier ausgeben. In mehreren Runden mit kompetenten Gesprächspartnern machten die Oberbürgermeister im Pentagon ihre Standpunkte klar und sehen eine Argumentationslinie, die bei den amerikanischen Partnern auf Gehör stoßen könnte: Der Umzug der US Army ins Hessische kostet eine Milliarde Dollar – eine Summe, über die die neue US-Regierung in Zeiten der Wirtschaftsflaute durchaus zweimal nachdenkt, zumal der Umzug, der vor vier Jahren erstmals angekündigt wurde, die Streitkräfte nur um etwa 70 bis 80 Kilometer verlagert. Die Notwendigkeit der Verlagerung und ihr Nutzen könnte vor dem Hintergrund der Kosten also noch einmal auf den Prüfstand kommten. Alle Informationen, ein Interview mit Dr. Eckart Würzner und eine Einschätzung zu diesem Thema gibt es in diesem Video auf rnf.de.

Armes Ludwigshafen

Ludwigshafen ist so gut wie pleite: Die Stadt rast auf 1 Milliarde Euro Schulden zu. Und Besserung ist nicht in Sicht. Im aktuellen Haushalt klafft eine Lücke von rund 116 Millionen Euro. Schulen und Straßen müssten dringend saniert werden, das geht in diesen knappen Zeiten aber nicht. Der Investitionsstau summiert sich auf rund 260 Millionen Euro (zum Video).

Spuren der “Phantomfrau” in Mannheim gefunden

Die Polizei hat in einem Haus Mannheimer Ulmenweg DNA-Spuren der so genannten “Frau ohne Gesicht” gesichert. Ihr Genmaterial war bereits beim Heilbronner Polizistenmord sowie im Fall des Mordes an drei Georgiern sichergestellt worden. Darüber hinaus soll die Frau an mehreren Einbrüchen, unter anderem im Saarland, beteiligt gewesen sein. Insgesamt wird sie mit 38 Straftaten in Zusammenhang gebracht. Jetzt wurden ihre Spuren an einer Wohnungstür im Stadtteil Neckarstadt gefunden. Das Alter der gefundenen DNA ist unklar. Eine Personenbeschreibung existiert nach wie vor nicht. Die Polizei ermittelt unter anderem in Schaustellerkreisen, weil die Taten, an denen die Frau beteiligt gewesen sein könnte, in zeitlichem Zusammenhang mit Volksfesten stehen könnten. (zum Video)

Plädoyers im Georgier-Mordprozess

Im Prozess um drei ermordete Georgier hat der Staatsanwalt am Landgericht Frankenthal zwei Mal lebenslänglich beantragt. Gleichzeitig will er die besondere Schwere der Schuld festgestellt wissen. Für ihn sind die Angeklagten, ein Deutsch-Iraker und ein Somalier, voll schuldig, am 30. Januar die drei Männer in Heppenheim ermordet zu haben. Das Motiv sei Habgier gewesen. Die drei Männer führten mehr als 10.000 Euro für einen Autokauf bei sich. Die Angeklagten hatten sich mit ihren späteren Opfern verabredet, um ihnen einen Wagen zu zeigen, der angeblich zum Verkauf stand. In Heppenheim sollen sie schließlich zwei der Männer erschossen und einen erdrosselt haben. Das Prekäre an diesem Fall: Der angeklagte Deutsch-Iraker war ein V-Mann des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz, der auf den Somalier angesetzt war. Ein Urteil wird für Montag, 16. Februar, erwartet. (Zum Video)

Wirtschaft will F1-Grand-Prix in Hockenheim halten

Die Wirtschaft der Metropolregion Rhein-Neckar soll mit dem Erwerb von 20 000 Eintrittskarten die Zukunft der Formel 1 auf dem Hockenheimring sichern. Die Industrie- und Handelskammern der Region sowie die Hotel- und Gaststättenverbände appellieren in einem Brandbrief an 10.000 Unternehmen der Metropolregion die Formel 1 wegen des weltweiten Images zu halten. Zudem profitierte neben dem Gastgewerbe die gesamte regionale Wirtschaft, wenn über 40 Millionen Euro hierher fließen. Anlässlich eines zu erwartenden Defizits von etwa sechs Millionen Euro ist die Austragung des Grand Prix nach wie vor gefährdet. Mitte März will der Hockenheimer Gemeinderat über die Zukunft des Rennens entscheiden.

Jugendlicher von Zug erfasst und getötet

Im Weinheimer Bahnhof hat ein Güterzug einen 14-jährigen Jungen überrollt. Der Schüler war auf dem Heimweg in sein Jugendheim in Rimbach und rannte Polizeiangaben zufolge über die Gleise. Er war auf der Stelle tot.

Frau stirbt bei Wohnungsbrand

In Eppelheim ist eine 69-jährige Frau bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus ums Leben gekommen. Sie konnte die Wohnung, in der das Feuer ausbrach, nicht mehr rechtzeitig verlassen. Offenbar löste eine Zigarette den Brand aus.

Polizei appelliert an Besucher der Rhein-Neckar-Arena

Nach zum Teil kilometerlangen Staus bei den beiden vergangenen Heimspielen von 1899 Hoffenheim appelliert die Polizei an die Geduld der Autofahrer. Sie sollten mehr Zeit für die Anfahrt zum Stadion einplanen oder am besten gleich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Gleichzeitig werde die Verkehrslenkung rund um die Arena optimiert, versprach der Sprecher der Heidelberger Polizei, Harald Kurzer,  in der Sendung RNF Life: “Viele Autofahrer kannten sich einfach noch nicht aus und waren desorientiert”. Am besten sei es, die Parkplätze des Sinsheimer Messegeländes anzufahren.

Auszeichnung für Matthias Steiner

Matthias Steiner ist Weltgewichtheber des Jahres 2008: Der Chemnitzer mit Wohnsitz in Leimen erhielt die Auszeichnung vom Internationalen Gewichtheber-Verband IWF. Damit ist der 26jährige der erste Deutsche, dem diese Ehre zuteil wird. Steiner hatte nach seinem Olympiasieg bei der Siegerehrung seiner im Juli 2007 bei einem Verkehrsunfall in Heidelberg verstorbenen Frau Susann mit dem Hochhalten ihres Bildes gedacht. Derzeit erholt sich Steiner von den Folgen einer Leistenoperation.

Sebert wieder beim SV Waldhof

Günter Sebert ist neuer Sportlicher Leiter beim SV Waldhof Mannheim. Wie der Sanierungsausschuss des Fußball-Regionalligisten mitteilt, gilt die Berufung des Ehrenspielführers mit sofortiger Wirkung. Der 60jährige habe sich bereit erklärt, dem SV Waldhof in dieser schwierigen Zeit mit seinen Erfahrungen ehrenamtlich zur Seite zu stehen, heißt es. Unterstützt wird er von Teammanager Kenan Kocak, der weiterhin in die Mannschaftsbetreuung eingebunden bleibe. Sebert trug bis 1987 als Spieler das Trikot der Blau-Schwarzen. Zweimal fungierte er am Alsenweg auch schon als Trainer, zuletzt in der Saison 1996/97.

Alle Meldungen aus der Redaktion des Rhein-Neckar Fernsehens. Mehr Informationen im Nachrichtenticker und Video-Portal auf www.rnf.de

Hoffenheims Offensiv-Gala gegen Karlsruhe

November 1st, 2008

via RNF (dpa-Ticker):

Zurück aus Tempelhof – mit der ganzen Geschichte…

October 31st, 2008

Mein letzter Post über den letzten Tag von Tempelhof endete inhaltlich ja so gegen 18 Uhr. Alles, was danach noch geschah, will ich hier jetzt gar nicht mehr in viele Worte fassen: die Demo am Platz der Luftbrücke, Pfiffe gegen Wowereit, die Gala in der Abflughalle, der Medienrummel, der letzte Start einer Linienmaschine, die kleine Fete in Mannheim – das alles ist in diesem Video im Portal von RNF zu sehen (deswegen war ich ja eigentlich in Berlin…). Also – kein echtes Vlog, aber fast…

Bye, bye Tempelhof

October 30th, 2008

Da kommt man aus der Provinz und ist plötzlich unversehens mitten drin in der deutschen Geschichte… Sowas kommt ja echt nur selten vor – aber heute ist wohl so ein Tag. Heute um Mitternacht schließt der Flughafen Berlin-Tempelhof endgültig seine Pforten. Der älteste Verkehrsflughafen der Welt, nach 85 Jahren. Das Symbol der Luftbrücke, die nach dem 2. Weltkrieg – darf man das so plakativ sagen? – Berlin vor dem Verhungern rettete. Ein Denkmal mit Geschichte. Ein architektonisches Monument, das nun schlichtweg nicht mehr gebraucht wird. Oder vermeintlich nicht mehr gebraucht wird – da gehen die Meinungen himmelweit auseinander. Im Detail informiert die Berliner Presse in diesen Tagen ausführlich über die Schließung des “Zentralflughafens” und den Streit darum, zum Beispiel hier oder hier – und das sind nur zwei von vielen Anlaufstellen.

Es ist wohl nicht mehr als eine Randnotiz der Geschichte, dass der letzte Linienflug von Tempelhof nach Mannheim geht: heute Abend um 22 Uhr. Und wie redaktionelle Dienstpläne manchmal so spielen: als Journalist aus Mannheim darf ich diesen letzten Linienstart von Tempelhof begleiten, um in der Metropolregion Rhein-Neckar zu berichten, was so Besonderes an diesem Flug war.

Wieviel Emotion bei den Berlinern mitschwingt, wenn es um “ihren” Flughafen geht, das hab’ ich erst kapiert, als ich heute vor Ort war und ein bisschen gelauscht habe, als Männer, die um etliches älter sind als ich, über den Flughafen geredet haben. Sie haben ganz offenbar das Gefühl, ein Stück Identität zu verlieren. Sie schimpfen auf ihre Regierung, die den Airport aufgegeben hat. Sie fürchten, dass die wirtschaftlich angeschlagene Hauptstadt weiter an Attraktivität verliert. Sie spötteln darüber, dass der Flughafen ohne Not dicht macht und kein Mensch eine Ahnung hat, was mit dem Areal nun eigentlich weiter passieren soll.

Und der Tag heute in Berlin passte irgendwie auch zur Depri- und Abschieds-Stimmung: Es war kalt, nass, ungemütlich, und sicherlich wird sich morgen der ein oder andere Kollege der Hauptstadt-Journaille die Floskel: “Der Himmel weinte zum Abschied…” nicht verkneifen können… (Was im übrigen dann auch der Grund wäre, wenn ich ab morgen mit einem grippalen Infekt zu Bette liege – aber das nur ganz nebenbei als Randnotiz zu den Produktionsbedingungen heute *Jacke auswring*…)

Andererseits sind sicherlich auch eine ganze Menge Menschen froh, dass es mit dem Flugbetrieb in Tempelhof nun ein Ende hat – zum Beispiel jene, denen man bei der Landung mitten in der Stadt nachgerade ins Wohnzimmer gucken konnte. Aber sie sind offenbar in der Minderheit – wenn man dieser Online-Umfrage glauben darf: Stand 17:30 Uhr heute Abend wenden sich knapp 80 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen die Schließung. Das ist schon ein Packen. Und dennoch wird das nichts mehr ändern: Heute Abend ab 20 Uhr steigt in der Abflughalle ein Gala-Abend zum Ende Tempelhofs, und auch die ist heftig umstritten. Vielleicht auch deswegen, weil lediglich 800 geladene VIPs offiziell Abschied nehmen dürfen. Für Normalos blieb die Halle am letzten Tag verschlossen. Sie dürfen sich das Spektakel heute Abend live im RBB anschauen, der die Terminalhalle in ein Fernsehstudio verwandelt hat. Dennoch – das konnte ich heute beobachten – kamen viele Berliner um zu kiebitzen. Einer stellte ein Grablicht auf, andere fotografierten das letzte große Aufgebot. Für 18 Uhr ist eine Demonstration gegen die Schließung rund um das Luftbrückendenkmal geplant – es geht den Berlinern also ans Herz, dass Tempelhof nicht mehr sein wird.

Was ändert sich nun für uns Mannheimer? Nun – wir können das Treiben relativ gelassen sehen. Unsere “Haus-Airline”, Cirrus, landet ab morgen in Tegel. Der Weg in die Stadt ist etwas weiter, die Reisezeiten verlängern, die Attraktivität der Verbindung nimmt ab. In der Vergangenheit war der Flug von Mannheim nach Berlin so ein bisschen wie Busfahren – von der City in die City, direkter Anschluss ans Zentrum, begleitet von kurzen Abfertigungszeiten am Terminal. Das war Luxus, klar, und der kostete auch entsprechend: etwa ab 560 Euro (lt. Website von Cirrus Airlines heute). Mit Billigfliegen hat das sicher nichts zu tun. Aber Geschäftsreisende haben ihre Vorteile von der Berlin-Connection, und deswegen sind die DO-328s zwischen Mannheim und Berlin auch gut gebucht. Daran wird sich nach allem, was man heute hört, nicht viel ändern. Für Mannheimer ändert sich wohl etwas am Komfort der Verbindung – die Emotion eines Berliners gegenüber Tempelhof haben sie jedoch sicherlich nicht.

Man lernt nie aus

September 2nd, 2008

Heute Mittag ein prominenter Gast im Delta: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besuchte das Lernzentrum der BASF in Ludwigshafen im Rahmen ihrer Bildungsreise durch Deutschland. So weit, so nachrichtlich. Es war gewiss kein sehr brisanter Termin für die Kanzlerin, dafür aber bestimmt ein informativer: Im Anschluss an das etwa 80-minütige, intensive Programm sagte sie, sie habe so eine Einrichtung noch nie gesehen.

“Vorbildlich” nannte sie in ihrem Pressestatement das Lernzentrum der BASF. In dürren Worten erklärt: Hier haben Mitarbeiter des Unternehmens die Möglichkeit sich individuell weiterzubilden. Sie bekommen eine professionelle, individuelle Lernberatung, definieren ihre persönlichen Lernziele und bilden sich fort, um ihren Job besser als vorher zu machen. BASF berichtet, das Angebot wurde im vergangenen Jahr 43.000 Mal genutzt. Der Chemiekonzern, so heißt es, ermöglicht damit das “lebenslange Lernen” und reagiert auf den demographischen Wandel: er macht ältere Mitarbeiter fit für die Zukunft und hilft ihnen “up to date” zu bleiben – auch zum eigenen Nutzen.

Nun kann man sich vorstellen: Wenn die Kanzlerin zu Gast bei einem Global Player ist, will der eine gut dastehen und der andere nicht schlecht aussehen. Und so trafen die Pressevertreter auf einen perfekt inszenierten Event. Merkel absolvierte mehrere Stationen, einige von Journalisten zu begutachten, andere nicht.

Vor allen Kameras nahm sie etwa an einer – ja, sicherlich gestellten – Unterrichtsstunde in “Technical English” teil. Sie lernte, dass “corrosive” “ätzend” heißt. Ich sach’ ja: Brisant war der Termin nicht. Dennoch wurden die Plätze für Fotografen und Kameraleute knapp – das Medieninteresse war riesig. Abseits des Hypes traf Merkel in mehreren kleineren Runden Mitarbeiter der BASF, die von ihren Erfahrungen im Lernzentrum berichteten.

Am 22. Oktober setzt sich Angela Merkel in Dresden mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammen, um über Strategien für mehr Bildung in Deutschland zu beraten; aus diesem Grund macht sie die “Bildungsreise”, deren siebte Station das BASF-Lernzentrum war. Und nun gehen wir einfach mal davon aus, dass sie nicht nur “Ätzendes” aus der Pfalz zu berichten hat.

Mein ganz persönlicher Eindruck von heute: die Kanzlerin wirkte ein bisschen müde und brauchte eine Weile, bis sie ins Thema kam. Für die Damen: Sie trug einen aubergine-farbenen Blazer im bekannten Schnitt – siehe Bilder. Ihr Auftreten war rundum professionell – und für 90 Minuten hatte Ludwigshafen das Gefühl, der Nabel Deutschlands zu sein.

P.S.: Der RNF-Bericht zum Kanzlerinnen-Besuch ist hier zu sehen.