Samstag. Abend. Ein bisschen grillen, Bierchen. Plaudern. Irgendwann wird einer sagen: “Schau mal. Da ist ein Tor gefallen.” Kurzer Seitenblick aufs TV-Empfangsgerät. Nett. Unaufgeregt. Und am Ende ist Deutschland dann Dritter der WM. Oder Vierter. Egal. Hauptsache, die Wurst war heiß. Und das ist doof.
“Und, wieviel Lust haben Sie nun auf das Spiel um Platz 3, Herr Lahm?”, fragte der Reporter. “Im Moment: keine”, lautete die Antwort. Eben. Das Spiel um Platz 3 ist die Sendezeit nicht wert. Wir werden es erleben, wieder mal.
Konstruktiver Gegenvorschlag: Wäre es nicht sinnvoller, nach den Viertelfinalspielen eine “Finalgruppe” zu bilden? Die vier besten Mannschaften noch einmal zusammen zu packen und wie in der Vorrunde gegeneinander kicken zu lassen, jeder gegen jeden, meinethalben auch mit Verlängerung und Elfmeterschießen nach 90 Minuten, falls nötig? Das würde für die Teams im Vergleich zum jetzigen Modus auch nur ein Spiel mehr bedeuten, dafür gäbe es am Ende einen Weltmeister, der den Namen wirklich verdient hat. Es würde der gewinnen, der am Ende die höchste Konzentration, die beste Ausdauer und die größte Spielfreude hatte. Es gäbe einen echten Besten der Guten.
Die Vorrunde in diesem Jahr hat gezeigt, wie spannend die Finalspiele einer Gruppe sein können, wieviel sich am letzten Spieltag noch verändern kann – Weiterkommen oder Rausfliegen, je nach Konstellation ist da alles noch drin. In der Finalgruppe würde das bedeuten: Pott oder Blumentopf. Für die Zuschauer aller vier Finalteilnehmer wäre eine “Finalkonferenz” also superspannend – und am Ende hätte der Beste aus drei Spielen gewonnen. Ich könnte mir das sehr schön als Alternative zum jetzigen Modus vorstellen. Obwohl ich an eine Umsetzung oder überhaupt eine Änderung des Modus bei den Verhärtungserscheinungen innerhalb der FIFA nicht wirklich glauben mag.