Besucht in Mannheim: das “Spotlight”-Werbefilmfestival

March 8th, 2010 by Ralph Leave a reply »

Zum ersten Mal gastierte vergangene Woche das “Spotlight”-Werbefilmfestival in Mannheim; ein weiteres Element, um die Kreativwirtschaft in der Quadratestadt weiter zu befördern. Ein bisschen Inspiration kann da nicht schaden, ein anerkanntes Festival schon gar nicht. Angeblich hat sich die Stadt den Zuzug des “Spotlight” aus Ravensburg 100.000 Euro kosten lassen – jedes Jahr. Nun – dafür blieb der Glamour-Effekt nach außen blieb bei der Premiere auch nicht aus. Der Rosengarten ausverkauft, die Werbewirtschaft hatte Mannheim im Blick. Das Ziel, sich als Kreativzentrale zu positionieren, wurde damit sicher nicht verfehlt.

Die Veranstaltung an sich hielt indes nicht, was sie versprach – trotz Oliver Kalkofe in der Moderation, trotz Helmut Zerlett und seiner Band als unterhaltendem Element, trotz Max Mutzke als Show Act. Der Abend zog sich wie Kaugummi. Nach dem offiziellen Beginn der Veranstaltung verging alleine fast eine Stunde, ohne dass ein einziger Spot gezeigt wurde. Statt dessen gab’s Interviews mit Sponsoren, Grußworte der Veranstalter, der Politik, ein Gespräch mit Prof. Udo Dahmen von der Popakademie. Für sich genommen alles gerechtfertigt – für den Besucher im Saal ein einziger großer Gähnfaktor. Nach der Filmrolle dauerte die Auswertung der Publikumswertung wiederum mehr als eine Stunde. Da gibt’s sicherlich noch Optimierungspotenzial.

Einen Eindruck vom Spotlight 10 in Mannheim vermittelt ein Beitrag des RNF (darin u.a. einige Spot-Auszüge):

Die Spots selbst dann: Unstrittig gut. Und mit ihr reifte wieder einmal die Erkenntnis: Je marktfähiger ein Spot sein muss, je mehr der Kunde Erfolgsdruck verspürt, um so glatter wird er. Verliert Spritzigkeit, sucht noch ein wenig nach Frechheit, wird massenkompatibles Irgendwas. Am eindrucksvollsten, überraschendsten, luftanhaltendsten waren da noch die Studentenspots für zum Teil noch gar nicht erfundene Produkte – sprich: Kein Kunde, keine Zurücknahme. So dürften Spots meinethalben immer sein, auch im echten Leben.

Ich habe einige der Spots, die mir gut gefallen haben, via Youtube zusammengetragen. Wer’s genau wissen will, findet hier die Entscheidungen der Jury und des Publikums.

AIDS-Prävention (Schweiz)

Du bist Terrorist

The PEN Story (Olympus)

Hornbach: Hymne (“Mach es zu Deinem Projekt”)
Inzwischen zwar bekannt – ergo auch überraschenderweise massenkompatibel – dennoch immer wieder gut.


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