Heißes Thema beim Videocamp in Essen: Die FlipCam. Auch, weil Flip als Sponsor da war und Dutzende Leihgeräte zur Verfügung stellte; primär aber, weil all die videoaffinen Menschen mit der Flip die Chance sehen, ohne großen Aufwand hoch auflösende Bewegtbilder herzustellen. Das Konzept ist verführerisch: Einschalten, roten Knopf drücken, aufnehmen. Die Kamera braucht keine Zeit zum Hochfahren, hat auch keine Einstellungsmöglichkeiten – sie macht einfach das, was sie soll: sie nimmt Video auf. Damit bekommt sie die volle Punktzahl in der Kategorie Usability; auch deshalb, weil sie alle wichtigen Tools onboard hat: USB-Dongle und Software sind in die Cam integriert; wer einen Mac oder PC hat, braucht sich um die Installation keine Gedanken zu machen. Die Software selbst ist intuitiv: Bilder werden getrimmt und per Drag & Drop aneinandergefügt. Die Software setzt automatisch Blenden, legt Musik unter oder über die Bilder – der Film wird gerechnet, Upload – fertig. Das Ganze liefert einen hohen Fun-Faktor, nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch und ist damit ideal für Menschen, denen Video früher immer zu kompliziert war. Die Einfachheit der Kamera erkauft man sich allerdings mit einer nicht festellbaren Blende, einer festen Brennweite (die ein nicht allzu weitwinkliges Bild liefert) und dadurch bedingt wenigen Variationsmöglichkeiten bei der Aufnahme. Aus meinen Testshots ist folgender kleiner Clip entstanden mit vielen Leuten, Leuten, Leuten auf dem Videocamp:
Spannend für mich als Fernsehjournalisten ist darüber hinaus allerdings die Frage, ob die Flip als “Immerdaheihabkamera” taugen könnte, im ganz aktuellen Fall sendefähige Bilder zu drehen, die spannende Einstellungen einfangen könnte, bis eine “richtige” Kamera angerückt ist. Dem steht auf den ersten Blick entgegen, dass die Flip 30 Bilder in der Sekunde progressiv dreht; Fernsehen in Deutschland aber mit 50 Halbbildern pro Sekunde läuft. Die üblichen Konvertierungsmethoden liefern da noch keine 100-prozentig befriedigenden Ergebnisse. Dennoch lohnt es sich, noch ein bisschen weiter auf der Idee herumzudenken: Die Flip liefert als Kamera in Handygröße tolles Rohmaterial, Tiefe, ausdrucksstarke Farben – grundsätzlich also sendefähig, wenn es einen praktikablen Workaround gibt.
Zum Abschluss noch ein Wort zum Videocamp selbst: Ich habe zum ersten Mal ein Camp in Essen erlebt und bin sowohl von der Orga (Dank an Stefan, Evy et al.) als auch vom Unperfekthaus begeistert. Die Teilnehmerzahl am Camp war nicht allzu hoch, dafür war die Community sehr kompetent, heterogen und diskussionsfreudig in alles Fragen rund um Video. Mir hat’s Spaß gemacht, ich habe viele neue Ideen, Fakten und Inspiration mitgenommen. Und ‘ne FlipCam. Denn: Die hab ich gewonnen. Klasse.
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Glückwunsch zur gewonnenen Flip! Ich hatte ja versucht den Leuten von Flip zu erklären, dass ich eigentlich gewonnen habe und habe meine Losnummer 47 zerrissen und ihnen dann die Losnummern 4 und 7 gegeben, die ja u.a. gewonnen hatten.
Das wollte man mir aber nicht abnehmen…
Toll der Film – da merkt man, dass trotz Flip ein Profi gedreht hat. Obwohl ich von dem Gerät ganz angetan bin, ist schon die Qualität meines Rohmaterials (trotz gleicher Kamera und ähnlicher Lichtbedingungen) deutlich schlechter.
hat mich riesig gefreut so lange auf dem Videocamp mit dir quatschen zu können.
Das Video ist schön geworden. #fave