Dies hier ist eine Geschichte aus dem direkten Bekanntenkreis meiner Familie. Es geht um Noémie.
Noémie war noch im Bauch ihrer Mutter, als sie einen Schlaganfall bekam.
Eben. Vielleicht geht es Euch jetzt genau wie mir, als ich diesen Satz hörte. Ich musste ihn erst einmal nachklingen lassen, um zu begreifen, was er bedeutete. Musste die Welt erst einmal wieder zurecht rücken. Die wenigen Fakten ordnen, die eigentlich nicht zusammen gehören. Die mir in dieser Kombination noch nie begegnet sind.
Noémie ist heute drei Jahre alt. Sie lebt. Sie wird geliebt. Ihre Familie kämpft. Wie sehr, das erlebt meine Mutter sehr nah mit: Sie ist eine Kollegin von Noémies Mutter. Alles, was man zu Noémie wissen muss, gibt es auf ihrer Website nachzulesen: http://www.noemie-sonnenschein.de/
Warum ausgerechnet ICH das hier poste? Nun – mir geht das kleine Mädchen nicht mehr aus Kopf. Seine Familie schuftet und ackert, um die zahlreichen Therapien für die Kleine zu finanzieren. Katia Rickert, die Mutter, ist – quasi nebenbei – Konzertpianistin und spielt für ihre Tochter, um ein paar Euro zusätzlich in die Kasse zu bekommen. Zurzeit steht ganz akut die Investition in ein Therapie-Gerät an, das 15.000 Euro kostet – doch auch damit wird es dauerhaft nicht getan sein.
Ich erhoffe mir von diesem Post ein bisschen Buzz im Netz, ein paar Trackbacks und Re-Tweets, in der Hoffnung, dass die Geschichte über Umwege bei einem Entscheider landet, der etwas bewegen kann und will. Ich erhoffe mir, dass das Netz etwas Gutes tun kann und Noémie auf seine Art hilft. Es gibt einen Presse-Artikel, den ich sehr bewegend finde. Ich habe ihn hier angehängt.
Musik für Noémie!
Eine Mutter spielt für ihr Kind.
Am 29. und 30. August 2009 gab die Konzertpianistin und Mama von Noémie Katia Burger-Rickert im Arnsberger Rittersaal und im Kulturzentrum Hüsten in Begleitung ihres Kollegen Roger Sala aus Lyon zwei wundervolle und beeindruckende Klavierkonzerte vor zahlreich erschienenem und begeistertem Publikum. Die beiden Pianisten sind seit 20 Jahren ein eingespieltes Team und sind auch schon des Öfteren in Arnsberg zusammen aufgetreten.
Samstag stand im Arnsberger Rittersaal ein Programm für vier Hände an einem Flügel mit Werken von Franz Schubert, Anton Dvorak, Maurice Ravel und Johannes Brahms an. Das Publikum war begeistert und dankte es mit Standing Ovations.
Dafür gaben die beiden zwei Zugaben, u.a. ein „Wiegenlied“ das der 3- jährigen Noémie gewidmet wurde. Kein leichter aber ein sehr emotionaler Augenblick, als die Mama dies ansagte…
Noémie hatte das Konzert in der ersten Reihe neben ihrem stolzen 8-jährigen Bruder Yannick und ihrem Vater zufrieden und entspannt mit verfolgt und war dann trotz des lauten Applauses zwischendurch eingeschlafen. Das Publikum freute sich Noémie kennen zu lernen. Es war ergreifend Noémies Zauberlächeln live zu erleben… Ganz aufgeregt freute sich Yannick sehr, am Ende des Konzertes Blumen seiner Mama überreichen zu können.
Noémie erlitt im Bauch ihrer Mutter einen Schlaganfall und musste nach ihrer Geburt viele Operationen über sich ergehen lassen. Aber Noémie war stark und hat immer wieder gekämpft. Durch den Schlaganfall gab es eine schwere Hirnschädigung wodurch Aufenthalte in Krankenhäusern und ständige Betreuung zur Tagesordnung gehören. Sie muss rund um die Uhr versorgt werden mit zwei Dauerinfusionen für die Zufuhr von Protein-C und einen Blutverdünner.
Der kleine Sonnenschein sieht zwar nicht und kann auch nicht sprechen, aber die Art und Weise wie sie die Musik wahrnimmt hat das Publikum sehr beeindruckt, mitgenommen und gerührt… Sie war sehr aufmerksam und lautierte teilweise mit! Um die positive Entwicklung weiter fördern zu können, benötigt das schwerstbehinderte Mädchen ein „Giger-Therapie-Gerät“ in Wert von 15.000 Euro.
Der Eintritt war frei aber durch zahlreiche Spenden, zum Teil sehr großzügig, ist das Ziel schon näher gerückt… Knapp ein Drittel kann verbucht werden… Die Familie, sehr betroffen über die Anteilname und der netten Post – leider oft anonym – möchte sich auf diesen Wege im Namen von Noémie ganz herzlich bedanken.
Auch das 2. Konzert am Sonntag im Kulturzentrum war wieder sehr gut besucht. Manche Besucher waren so begeistert von dem Klavierspiel der bekannten Konzertpianistin, dass sie sogar den Weg zu beide Veranstaltungen fanden. Auch hier gab es unter großem Beifall wieder zwei Zugaben. Ein bewegender Augenblick für alle war es, als Noémie in ihrem Therapie-Stuhl, aufgrund fehlender Behindertenrampe im Inneren des Gebäudes, in den Saal die Treppen herunter getragen werden musste. Eine unglaubliche Stille erfüllte den Raum die dann wenig später durch wunderschöne Klaviermusik erfüllt wurde.
Am Sonntag spielten die beiden Pianisten im Hüstener Kulturzentrum an zwei Flügeln Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Manuel Infante, Astor Piazzolla und Sergej Rachmaninov. Was an den beiden Tagen als Genuss für die Zuhörer bzw. Zuschauer war, war ein Marathon-Programm für die Pianisten die durch ihre Professionalität keine Ermüdungserscheinung an den Tag legten. Viele Besucher konnten erleben wie Noémie, die sehr aufgeregt und unruhig war, sich schon nach den ersten Tönen ihrer Mutter am Flügel beruhigte und das Konzert offensichtlich genoss. Es war deutlich zu sehen, wie die Musik dem kleinen Mädchen gut tut. Katia Burger-Rickert spielte so beeindruckend und voller Liebe wie nur eine Mutter für ihr Kind spielen kann. Die ganze Arbeit im Vorfeld wurde durch die Begeisterung der Besucher belohnt. Weitere Informationen über Noémie können auf: www.noemie-sonnenschein.de entnommen werden.
Wer nicht zu den Konzerten kommen konnte, und Noémie trotzdem einen Sonnenstrahl senden möchte hat die Möglichkeit eine Spende auf das Spendenkonto des Caritas Verbandes Arnsberg-Sundern – Konto Nr.: 1 000 066 – Sparkasse Arnsberg-Sundern – BLZ: 466 500 05 unter dem Stichwort “Noémie” zukommen lassen zu können.
Simone Drießen
