Mein persönliches TwitKrit*: Eine Hymne auf den @bigmue

November 26th, 2008 by ralph Leave a reply »

Weiland schrieb Erich Kästner:

“Nie soll man so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.”

Nun, ich möchte heute ergänzen: Es kommt drauf an. Ich mag Kakao. Und Selbstironie. Ein Milchmischgetränk, in der richtigen Süße angerührt, mag den darin liegenden Hohn vergessen machen. Zumal, wenn es einem von einem wie @bigmue gereicht wird.

Obschon man hinter der großen Sonnenbrille einen wahren Troll vermuten könnte (allein schon wegen des auf den ersten Blick ungepflegt-zotteligen Äußeren), handelt es sich mitnichten um einen. @bigmue gehört zu den Zeitgenossen, die Twitter und Plörk lesenswert machen. Er ist keineswegs ein Muttitelefonierer (auch wenn ihm das zuzeiten unterstellt wird), sondern ein lebenslustiger Zeitgenosse, der mit Kleinstkatastrophen des Alltags nicht hinterm Berg hält.

Und – das weiß ich auch eigener Erfahrung: @bigmue weiß zu gönnen. Er teilt seinen feinen Sinn für Quatsch und Klamauk der Krümelmonster- und Grobi-Kategorie, etwa in diesem Plirk:

Dies war der diensteübergreifende Verweis auf die zu dieser Zeit auf Twitter laufenden heißen Diskussion über Sinn, Zweck und politischen Inhalt der Obama-Rede an der Siegessäule, die mir folgende kleine Frage entlockt hatte:

Am gestrigen Abend schließlich legte der Herr @bigmue kleines, äußerlich völlig unverfängliches Bömbchen in die Timeline:

Es besticht die Offenheit des Inhalts: Wer ist “er”? Was könnte ihn, diesen Jemand, veranlassen, @bigmue zu entfollowen? Wo in der kryptischen Tinyurl-Adresse hat Herr @bigmue einen derart schlechten Scherz 2.0 versteckt, dass die Twitter-Höchststrafe verhängt werden könnte? Fragen, die sofortiges Anklicken geradezu herausfordern. Noch bevor ich dazu kam, hatten u.a bereits @rednix (“sehr schön :) ”) und @emathion (“Ganz großes Kino!”) ihre Replies abgesetzt. Durchaus Qualitätstwitterer also, deren positiver Kommentar die Neugier also durchaus beflügelten. Um es nicht länger zu machen als unbedingt nötig: Dieses Video verbirgt sich hinter dem Link:

51 Sekunden. 51 Sekunden dichter Spannung. 51 Sekunden, die einem unvermeidlichen Climax entgegenfließen. Und dann… dies. Der Fall in den Kakao-Eimer. In das Fass. Eine Badewanne, ein Swimming Pool voller Kaba.

Und doch lässt der Film Fragen offen: Hat die Schönheit ihren Schorsch nun einzig deswegen verlassen, weil sie Untreue und Ungemach vermutet? Und wenn ja – hat sie Schorsch nicht an die Gesamtheit “Twitter” verloren, an die Timeline, das Medium? Rührt daher seine stete Unaufmerksamkeit? Weil er immer auf der Suche nach dem perfekten Tweet ist? Rührt daher seine Müdigkeit? Diese durchtweeteten Nächte? Oder ist es wirklich @kirscheplotzer, der ihm den Schlaf raubt? Oder endet die Geschichte etwa ganz anders: In jenem Moment, als die @Schöne des @kirscheplotzers gewahr wird, treibt es sie zu ihm hin… (was die selbstverliebteste und auch die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten wäre, gewiss).

Nun könnte man auch vermuten, dass hinter @bigmue’s Video eine kleine Follower-Viral-Aktion versteckt sein könnte… Ist es nicht. Wenn auch die Auswirkungen darauf schließen lassen, befördert wohl auch durch @rednix’s Blogpost: Über Nacht und auch heute sind immer mal wieder ein paar neue Follower eingetrudelt, die ich nun gerne an meiner Timeline teilhaben lasse. Und auch zurückfollowe. Ehrensache.

*TwitKrit ist das wahrscheinlich nicht eingetragene Markenzeichen des brillianten und überaus lesenswerten Tweet-Kritik-Blogs von der @pickiHH und dem @bosch und dem @mspro und anderen, dessen Name ich nun einfach mal und ohne nach einer Genehmigung zu fragen für diesen Blogpost verwendet habe. Weil’s halt so hübsch gepasst hat. Is doch okeh, oder?

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  • (dance) @kirscheplotzers und @bigmue!!! :-)))
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