Heute Abend hatte Twitter etwas Erschreckendes: Nähe. Als gegen 19:30 Uhr die ersten Meldungen von den terroristischen Anschlägen in Indien über die offiziellen Agenturen liefen (dpa-Eil um 19:33 Uhr: “Zahlreiche Tote bei Terror-Serie in Bombay”), hatte sich die Nachricht über Twitter längst verbreitet. Von vor Ort stellten Twitterer ihre eigenen Beobachtungen oder das, was sie im lokalen Fernsehen sahen, ins Netz. Nun ist man als Journalist immer einer gewissen “Quellenkritik” verhaftet, klar. Check, Gegencheck, Meldung. Dennoch gehen die Zeilen, etwa von @kari_shma, unter die Haut. Sie berichtete über Stunden, was sie live im Fernsehen sah, meldete Gerüchte, unbestätigte und schließlich bestätigte Meldungen.
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In der Tat ist es immer wieder erstaunlich, wie frühzeitig man via Twitter informiert ist, nicht nur bei weltweit bedeutsamen Ereignissen, sondern auch bei Branchen-News, sei es der Rücktritt von Lars Hinrichs oder heute Morgen das Verschwinden der Marke Lycos. Im Moment hat das noch etwas Außergewöhnliches. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass die klassischen Nachrichtenagenturen auf Dauer nicht am systematischen Social Media Monitoring vorbeikommen.
Wichtig ist dabei aber auch, dass wir alle wachsam bleiben, was das negative Potenzial angeht. Was wäre, wenn Anschlag und begleitende 2.0-Kommunikation eines Tages Hand in Hand gehen würden? Eine weniger erfreuliche Vorstellung.