Heute Abend hatte Twitter etwas Erschreckendes: Nähe. Als gegen 19:30 Uhr die ersten Meldungen von den terroristischen Anschlägen in Indien über die offiziellen Agenturen liefen (dpa-Eil um 19:33 Uhr: “Zahlreiche Tote bei Terror-Serie in Bombay”), hatte sich die Nachricht über Twitter längst verbreitet. Von vor Ort stellten Twitterer ihre eigenen Beobachtungen oder das, was sie im lokalen Fernsehen sahen, ins Netz. Nun ist man als Journalist immer einer gewissen “Quellenkritik” verhaftet, klar. Check, Gegencheck, Meldung. Dennoch gehen die Zeilen, etwa von @kari_shma, unter die Haut. Sie berichtete über Stunden, was sie live im Fernsehen sah, meldete Gerüchte, unbestätigte und schließlich bestätigte Meldungen.
Archive for November, 2008
Bad News from Mumbai
November 26th, 2008Mein persönliches TwitKrit*: Eine Hymne auf den @bigmue
November 26th, 2008Weiland schrieb Erich Kästner:
“Nie soll man so tief sinken, den Kakao, durch den man gezogen wird, auch noch zu trinken.”
Nun, ich möchte heute ergänzen: Es kommt drauf an. Ich mag Kakao. Und Selbstironie. Ein Milchmischgetränk, in der richtigen Süße angerührt, mag den darin liegenden Hohn vergessen machen. Zumal, wenn es einem von einem wie @bigmue gereicht wird.
Obschon man hinter der großen Sonnenbrille einen wahren Troll vermuten könnte (allein schon wegen des auf den ersten Blick ungepflegt-zotteligen Äußeren), handelt es sich mitnichten um einen. @bigmue gehört zu den Zeitgenossen, die Twitter und Plörk lesenswert machen. Er ist keineswegs ein Muttitelefonierer (auch wenn ihm das zuzeiten unterstellt wird), sondern ein lebenslustiger Zeitgenosse, der mit Kleinstkatastrophen des Alltags nicht hinterm Berg hält.
Und – das weiß ich auch eigener Erfahrung: @bigmue weiß zu gönnen. Er teilt seinen feinen Sinn für Quatsch und Klamauk der Krümelmonster- und Grobi-Kategorie, etwa in diesem Plirk:
Dies war der diensteübergreifende Verweis auf die zu dieser Zeit auf Twitter laufenden heißen Diskussion über Sinn, Zweck und politischen Inhalt der Obama-Rede an der Siegessäule, die mir folgende kleine Frage entlockt hatte:
Am gestrigen Abend schließlich legte der Herr @bigmue kleines, äußerlich völlig unverfängliches Bömbchen in die Timeline:
Es besticht die Offenheit des Inhalts: Wer ist “er”? Was könnte ihn, diesen Jemand, veranlassen, @bigmue zu entfollowen? Wo in der kryptischen Tinyurl-Adresse hat Herr @bigmue einen derart schlechten Scherz 2.0 versteckt, dass die Twitter-Höchststrafe verhängt werden könnte? Fragen, die sofortiges Anklicken geradezu herausfordern. Noch bevor ich dazu kam, hatten u.a bereits @rednix (“sehr schön
”) und @emathion (“Ganz großes Kino!”) ihre Replies abgesetzt. Durchaus Qualitätstwitterer also, deren positiver Kommentar die Neugier also durchaus beflügelten. Um es nicht länger zu machen als unbedingt nötig: Dieses Video verbirgt sich hinter dem Link:
51 Sekunden. 51 Sekunden dichter Spannung. 51 Sekunden, die einem unvermeidlichen Climax entgegenfließen. Und dann… dies. Der Fall in den Kakao-Eimer. In das Fass. Eine Badewanne, ein Swimming Pool voller Kaba.
Und doch lässt der Film Fragen offen: Hat die Schönheit ihren Schorsch nun einzig deswegen verlassen, weil sie Untreue und Ungemach vermutet? Und wenn ja – hat sie Schorsch nicht an die Gesamtheit “Twitter” verloren, an die Timeline, das Medium? Rührt daher seine stete Unaufmerksamkeit? Weil er immer auf der Suche nach dem perfekten Tweet ist? Rührt daher seine Müdigkeit? Diese durchtweeteten Nächte? Oder ist es wirklich @kirscheplotzer, der ihm den Schlaf raubt? Oder endet die Geschichte etwa ganz anders: In jenem Moment, als die @Schöne des @kirscheplotzers gewahr wird, treibt es sie zu ihm hin… (was die selbstverliebteste und auch die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten wäre, gewiss).
Nun könnte man auch vermuten, dass hinter @bigmue’s Video eine kleine Follower-Viral-Aktion versteckt sein könnte… Ist es nicht. Wenn auch die Auswirkungen darauf schließen lassen, befördert wohl auch durch @rednix’s Blogpost: Über Nacht und auch heute sind immer mal wieder ein paar neue Follower eingetrudelt, die ich nun gerne an meiner Timeline teilhaben lasse. Und auch zurückfollowe. Ehrensache.
*TwitKrit ist das wahrscheinlich nicht eingetragene Markenzeichen des brillianten und überaus lesenswerten Tweet-Kritik-Blogs von der @pickiHH und dem @bosch und dem @mspro und anderen, dessen Name ich nun einfach mal und ohne nach einer Genehmigung zu fragen für diesen Blogpost verwendet habe. Weil’s halt so hübsch gepasst hat. Is doch okeh, oder?
Ordnung im Blog
November 16th, 2008Das Blog ist ja so etwas wie die virtuelle Heimat eines WebZwoNullies. Das hab ich inzwischen kapiert. Der Knoten, an dem alles zusammenlaufen sollte, die Visitenkarte.
Meine Visitenkarte indes sah von Beginn an etwas wüst aus: Ein wildes Sammelsurium von Badges, Widgets und sonstigem Kram in der Sidebar, die als Zeiger in die weite Welt des WWW-2.0 weisen sollten, um mich – falls gewollt – bei verschiedenen Services auffindbar zu machen. Designmäßig war das nicht so dolle, aber zweckmäßig.
Mit dem Wildwuchs könnte jetzt Schluss sein, denn via @jodeleit bin ich auf retaggr.com aufmerksam geworden. Dieser Dienst aggregiert die virtuelle Identität im Web in einem bereits bereits recht gut ausgebauten Service. Hat man sich angemeldet und die Adressen seiner diversen Web-2.0-Aktivitäten hinterlegt, bekommt man als Ergebnis seine virtuelle Visitenkarte: ein Widget (siehe Sidebar) bzw. eine html-Signatur, die alle Profile, die man eben so pflegt, vereinigt. Die Icons sind clickable, und je nach Tiefe der Implementierung erscheinen die eigenen letzten Aktivitäten bei dem jeweiligen Dienst in einem kleinen Fensterchen: Updates, Playlists, Fotos, Videos, was auch immer. Besser habe ich das bisher noch nicht gesehen. Und: Die kompakte, schnörkelfreie Darstellung hält das eigene Blog designtechnisch einigermaßen sauber. Ich lass das jetzt mal eine Weile laufen und warte ab, welche weiteren Dienste noch integriert werden. Und inzwischen überlege ich mir, wie ich meine Sidebar weiter entrümple.
Lotto-Träume
November 11th, 2008Zuweilen trifft Amor offenbar nicht nur in der Liebe, sondern auch die richtigen Zahlen…
Vergangene Woche hat ein Lotto-Spieler aus der Nähe von Heidelberg den Jackpot geknackt und 12,5 Millionen Euro abgeräumt. Jetzt verriet er, wie er zu seinen Glückszahlen kam: Er hat einen Dart-Pfeil geworfen.

Er vergrößerte einen Lottoschein auf die Größe einer Zielscheibe und warf dann seine Pfeile sechs Mal ziemlich treffsicher in die Mitte, unter anderem auf den Vierling 25, 26, 27, 28.
Nach seinem Gewinn will er zunächst ganz normal weiterarbeiten, verriet er der Lottozentrale. Ein Haus will er kaufen, eine Weltreise buchen – und eine Dauerkarte von 1899 Hoffenheim erstehen: “Vielleicht kann ich Herrn Hopp ja dann die Hand schütteln.”
LLL – Laub-Leuchten im Luisenpark
November 9th, 2008Wenn man sich die Wetterprognosen so anhört, dann soll es in den kommenden Tagen ja einigermaßen grauenhaft werden. Deshalb hier noch einmal ein paar Bilder aus dem Luisenpark – so schön kann der Herbst nämlich auch sein. Ach ja – und falls einer noch immer Nemo sucht: Er wohnt jetzt im Luisenpark-Aquarium…
Wird das die neue Seuche?
November 2nd, 2008Hoffenheims Offensiv-Gala gegen Karlsruhe
November 1st, 2008via RNF (dpa-Ticker):







