Heute Mittag ein prominenter Gast im Delta: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besuchte das Lernzentrum der BASF in Ludwigshafen im Rahmen ihrer Bildungsreise durch Deutschland. So weit, so nachrichtlich. Es war gewiss kein sehr brisanter Termin für die Kanzlerin, dafür aber bestimmt ein informativer: Im Anschluss an das etwa 80-minütige, intensive Programm sagte sie, sie habe so eine Einrichtung noch nie gesehen.

“Vorbildlich” nannte sie in ihrem Pressestatement das Lernzentrum der BASF. In dürren Worten erklärt: Hier haben Mitarbeiter des Unternehmens die Möglichkeit sich individuell weiterzubilden. Sie bekommen eine professionelle, individuelle Lernberatung, definieren ihre persönlichen Lernziele und bilden sich fort, um ihren Job besser als vorher zu machen. BASF berichtet, das Angebot wurde im vergangenen Jahr 43.000 Mal genutzt. Der Chemiekonzern, so heißt es, ermöglicht damit das “lebenslange Lernen” und reagiert auf den demographischen Wandel: er macht ältere Mitarbeiter fit für die Zukunft und hilft ihnen “up to date” zu bleiben – auch zum eigenen Nutzen.
Nun kann man sich vorstellen: Wenn die Kanzlerin zu Gast bei einem Global Player ist, will der eine gut dastehen und der andere nicht schlecht aussehen. Und so trafen die Pressevertreter auf einen perfekt inszenierten Event. Merkel absolvierte mehrere Stationen, einige von Journalisten zu begutachten, andere nicht.
Vor allen Kameras nahm sie etwa an einer – ja, sicherlich gestellten – Unterrichtsstunde in “Technical English” teil. Sie lernte, dass “corrosive” “ätzend” heißt. Ich sach’ ja: Brisant war der Termin nicht. Dennoch wurden die Plätze für Fotografen und Kameraleute knapp – das Medieninteresse war riesig. Abseits des Hypes traf Merkel in mehreren kleineren Runden Mitarbeiter der BASF, die von ihren Erfahrungen im Lernzentrum berichteten.
Am 22. Oktober setzt sich Angela Merkel in Dresden mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammen, um über Strategien für mehr Bildung in Deutschland zu beraten; aus diesem Grund macht sie die “Bildungsreise”, deren siebte Station das BASF-Lernzentrum war. Und nun gehen wir einfach mal davon aus, dass sie nicht nur “Ätzendes” aus der Pfalz zu berichten hat.
Mein ganz persönlicher Eindruck von heute: die Kanzlerin wirkte ein bisschen müde und brauchte eine Weile, bis sie ins Thema kam. Für die Damen: Sie trug einen aubergine-farbenen Blazer im bekannten Schnitt – siehe Bilder. Ihr Auftreten war rundum professionell – und für 90 Minuten hatte Ludwigshafen das Gefühl, der Nabel Deutschlands zu sein.
P.S.: Der RNF-Bericht zum Kanzlerinnen-Besuch ist hier zu sehen.