Archive for August, 2008

Neuer Nachrichten-Lieferant

August 26th, 2008

Die News aus der Metropolregion Rhein-Neckar, also alles rund um Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und Co. könnt Ihr Euch ja als Schlagzeilen in meiner Sidebar anschauen. Bisher führten diese Links zum Morgenweb, das die Regionalnachrichten als RSS-Feed anbietet.

Inzwischen sind die Regionalnews hier auf der Seite aber mit dem neuesten Release von RNF.DE verlinkt, das die News jetzt auch als RSS-Feed anbietet – und da fliegt in Sachen Nachrichten aus der Metropolregion jetzt mal so richtig die Kuh: Wir aus der RNF-Nachrichtenredaktion beschießen den ganzen Redaktionstag lang unseren Regionalticker mit eigenen Meldungen und mit dem Regionalfeed von dpa – aktueller kann man Regionalnachrichten kaum haben. Vor allem, weil im RNF-Video-Portal auch unsere Filmbeiträge aus RNF Life und allen anderen Sendungen des Rhein-Neckar Fernsehens abrufbar sind. So viele aktuelle Videos aus der Metropolregion hat sonst keiner im Netz.

Und auch die RNF Community wächst immer weiter: Wir kommen unserem Anspruch, DIE Community in der Metropolregion Rhein-Neckar zu werden, immer näher! Ekaabo hat uns in den vergangenen Wochen ein klasse Featureset (Video-Upload, Fotoalben, Foren, Mail, Kommentarfunktionen zu Videos und noch viel mehr…) entwickelt, das wohl noch lange nicht ausgereizt ist. Am besten schaut Ihr Euch das mal selbst an und gebt uns Feedback. Merci!

BTW: Mehr so zum Spaß… hier oben in der dieser grauen Leiste oben am Blog-Rand findet Ihr die “Deltanews-Community“, insbesondere den “Livestream” (all powered by Sixgroups). Das ist auch ein klasse Produkt, aber da geht es nicht darum, DIE Community für die MRN zu bauen… *grins* Und trotzdem freu ich mich ja schon auch über jedes Mitglied und jeden Kommentar… ;-)

Zurück in die Zukunft

August 17th, 2008

Heute ging vor allem eine Adresse durch Twitter & Co.: yearbookyourself.com. So hätten wir wohl ausgesehen, wären wir ein paar Jährchen früher geboren worden… Witzig, absurd, komisch – erschreckend: Ich für meinen Teil finde, ich sehe 1974 exakt aus wie mein Dad zu eben jener Zeit. Ich sollte mal gucken, ob ich das Original-Foto irgendwo finde. Ansonsten aber viel Spaß und so… :-D

Fußball-Niederungen

August 16th, 2008

15. August 2008, 20:30 Uhr – Fußball-Deutschland hat seine Bundesliga wieder. FC Bayern gegen HSV, eine attraktive Partie zum Start. Sofa, Bierchen, ein bisschen Fußball-Blödeln in Twitter. Herrlich.

21:20 Uhr: Das Bereitschaftshandy klingelt. Bei der viertklassigen Fußball-Begegnung haben sich Fans des SV Waldhof Mannheim und von 1860 München (2. Mannschaft…) in die Wolle bekommen. Feuerwerk im Münchner Fanblock, die Mannheimer Fans reagieren “gewaltbereit”, wie die Polizei es ausdrückt. Als Journalist in Mannheim weiß man, was das bedeutet. Der Bundesliga-Fußball-Abend ist vorbei; wir fahren raus. Die Fakten sind relativ schnell erzählt: hier.

Was aus der Nachrichtenmeldung nicht hervorgeht, ist die geladene Stimmung vorm Carl-Benz-Stadion: Als wir mit der Kamera auftauchen, rotten sich sofort sechs, sieben Fans, zum Teil vermummt, zusammen und drohen: “Wann ihr do filmt, schlachemer eisch zamme. Is des klar? Die Kamera bleibt aus, bloß dassders wisst.” Wir glauben den Halbstarken. Denn wo sich hoher Alkoholpegel mit unterirdischem IQ paart, sinken Frustrations- und Hemmschwellen auf ein Minimum. Rationale Argumentation verpufft ohnehin. Also: Rückzug. In der Nähe stehen etwa 50 Polizisten, die sich den Abend sicherlich auch anders vorgestellt haben: Schutzschilde, Helme und das Ding, dass man offiziell nicht Knüppel nennen darf, haben sie dabei. Frühsport am Abend: Wenn aufgeheizte Mob losrennt, bewegen sich auch die Polizisten – immer hin und her in Höhe des Luisenparks. Zwischendurch der wohl meinende Rat an uns: “Guckt mal, dass ihr hinter der Litfaßsäule bleibt – von da drüben fliegen immer wieder Steine – kann weh tun.” Und warum? “Die warten auf die 60er-Fans. Die stehen hinterm Stadion mit ihren Bussen und kommen nicht raus.” Wir gehen mit der Kamera mal nachgucken – und finden: nichts. Die Busse haben sich inzwischen durch eine Räuberles-Ausfahrt unbemerkt verabschiedet. Und trotzdem dauert es noch mehr als eine dreiviertel Stunde, bis sich die Stimmung vor dem Stadion beruhigt.

Was ist das nun? Der Frust der Vierklassigkeit? Wohl eher nicht. Es scheint, als sei die Liga egal – sich kloppen kann man im Zweifelsfall auch in der Kreisklasse. Von den strahlenden Fan-Festen der WM 06 und EM 08 ist auf dem Waldhof jedenfalls nichts zu spüren. Die allgemein wieder gewonnene Fußball-Euphorie ist zumindest an einem Teil der Blau-Schwarz-Fans vorbei gegangen, ganz offensichtlich. Schade eigentlich.

In der Viertklassigkeit bleibt’s nach solchen Abenden bei regionalen Nachrichtenmeldungen. Am kommenden Spieltag aber, am 23. August, empfängt Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim Borussia Mönchengladbach zur Heim-Premiere. In eben jenem Carl-Benz-Stadion, das gestern Schauplatz von Viertliga-Krawallen war. Wenn die Chaoten dann ihre nationale Bühne wittern (der Verein, der in Mannheim als Gastgeber spielt, ist im Zweifelsfall wohl auch egal) wird’s richtig bunt. Und noch bevor Hoffenheim überhaupt zeigen konnte, was es im Fußball kann, ist Mannheim wieder als Assi-Stadt des Ballsports in aller Munde. Das hatten wir schon einmal. Nein, so wünsche ich mir Spitzen-Fußball im Delta nicht.

Mörderische Ü-Eier

August 8th, 2008

Ich habe mich immer gefragt, wie so etwas läuft. Vielleicht so: Abgeordnete, von denen man nie wirklich etwas gehört hat, sitzen in ihren Büros und denken sich absurde Dinge aus. Und sie haben Geduld. Denn sie wissen: Sie müssen ihre krude Idee zum perfekten Zeitpunkt lancieren. Zum Beispiel in der Ferienzeit, wenn kein Pressereferent sie schützen kann und wir Journalisten dankbar um jede noch so blöde Geschichte sind. Dann bekommen sie ihre von Andy Warhol prophezeite Viertelstunde Ruhm. Dann laufen ihre Namen durch die Breaking-News-Laufbänder der Nachrichtensender. Dann berichtet BILD auf der “Eins” und Spiegel Online widmet ihnen 93 Kilobyte Speicherplatz.

In etwa so könnte es gelaufen sein, als die Kinderkommission des Deutschen Bundestags zunächst verlauten ließ, Überraschungseier seien zu verbieten, weil die Kombination von Nahrungsmittel und Spielzeug gefährlich sei: Kinder könnten die Spielsachen verschlucken. Sie, die Kinder, würden nicht zwischen Lebensmitten und Spielzeug unterscheiden, wurde das Kommissionsmitglied Miriam Gruß am 7. August 08 von SpON zitiert.

Es folgte ein offenbar so großer öffentlicher Aufschrei, dass man noch am selben Tag zurückruderte und sich erheblich missverstanden fühlte. Sinngemäß: Nee, also so war das ja nu’ nicht gemeint, aber ein Warnhinweis müsse schon drauf, auf die Packung. Das rückt mir doch gleich die schwarz-weißen Aufdrucke auf den Zigarettenschachteln ins Gedächtnis. Was werden wir also demnächst auf Ü-Eiern zu lesen haben…? Warnungen wie:

Falscher Ü-Ei-Genuss kann zu einem qualvollen Erstickungstod führen.

Oder:

Schlagen Sie ihr plärrendes Balg lieber als es an einem Ü-Ei verrecken zu lassen.

So etwa? Drastisch sollen die Hinweise ja sein. Mahnend. Abschreckend. Spielverderbend.

Jetzt mal ernsthaft: Wer kennt einen Fall, in dem ein Kind an einer Ü-Ei-Figur oder einer Müsli-Packungs-Beilage erstickt ist? Wäre es so gewesen, hätte es einen medialen Riesenhype gegeben und die Hersteller wären milliardenschwer auf Schadenersatz verknackt worden. Mindestens. Diese Kindermörder. Na gut, wohl nicht, wir sind ja nicht in USA, wo Ü-Eier und Artverwandte wegen Dummheit der Bevölkerung ohnehin verboten sind. Gemeinwohlmeinender Selbstschutz sozusagen. Wären Ferrero & Co. hierzulande wohl nicht gleich arm geworden, so hätten sie zumindest die gesamteuropäische Moralkeule über die Birne gezogen bekommen. Aber trotz Abermillionen verkaufter Ü-Eier ist dergleichen nie passiert. Nehme ich mal an. Denn als bekennender Verschwörungstheoretiker komme ich natürlich umgehend auf die Idee, dass die Nahrungsmittelindustrie jedem Elternpaar, dessen Kind an Spielzeug erstickt, freiwillig Unsummen an Schweigegeld in den Rachen steckt und gleichzeitig auch Staatsanwaltschaften besticht, um weiterhin ungefährdet Milliardenumsätze und Millionengewinne einfahren zu können – mit dem schmutzigen Süßwaren-Spielzeug-Geschäft.

Oder – es ist am Ende halt doch wirklich noch nie was passiert. Und dann, in Gottes Namen, vertrauen wir doch einfach den empirischen Ergebnissen eines 34 Jahre andauernden, nahezu weltweiten Feldversuchs: Eltern (und Kinder!) können offenbar doch einigermaßen verantwortungsvoll mit Spielzeug aus Überraschungseiern umgehen. Regelungsbedarf ist insofern obsolet. Das ist nun so kompliziert ausgedrückt, dass auch Bundespolitiker das begreifen sollten. Oder einfacher ausgedrückt: Lasst uns das Ü-Ei. Danke.

P.S.: Um es eventuellen Abmahnern etwas schwerer zu machen: Teile dieses Posts fallen unter die Kategorie “Satire”.