Heute hat SPIEGEL ONLINE einen hübschen Artikel über mich verfasst. Naja, eigentlich mehr übers Prokrastinieren, aber der Autor hätte mich gewissermaßen als den Prototypen des Prokrastinierers im Zentrum des Personalisierungsparts des Artikels einbauen können. Als “Human Touch”-Element gewissermaßen. Weil so eine Type das Thema plastisch illustriert und ihm eine gewisse Authentizität verleiht… Ich schweife ab – mal wieder.
Also: Prokrastination. Eine Modeerscheinung? Mitnichten. Meine These: Das Prokrastinieren ist in neuester Zeit so vehement ins Rampenlicht gerückt, weil das Wort so schön ist. Ganz einfach.
Egal – jedenfalls hatte ich heute so einen Tag. Es steckten mir einfach noch so ein paar Dinge in der Nase, die ich VIEL wichtiger fand als mich meinem Hauptprojekt (siehe hier) zu widmen. Etwa Brightkite einrichten. Ein paar Plugins in WordPress zu installieren (was ich übrigens heute zum ersten Mal gemacht habe). Oder ein Statistik-Tool in den WordPress-Code einbauen – ausgerechnet ich! Aber gut. Es scheint soweit alles geklappt zu haben, zum Glück, sonst käme ich ja nie mehr zu irgendwas anderem. Es ist nämlich so: Die unwichtigen Dinge im Leben müssen für den klassischen Prokrastinierer funktionieren, damit er mit den wichtigen überhaupt erst beginnen kann.
Und so werde ich mich jetzt – ein paar Stunden zu spät zwar – wieder meinen Studien widmen. In der Gewissheit, dass “just in time” doch alles gut werden wird. Weil es immer gut wird. Das wissen wir Routine-Prokrastinierer nämlich auch, denn wir haben es schon 1000 Mal geübt. Weswegen das Prokrastinieren als solches schon wieder gar nicht so schlimm ist. Gell?
(Und wenn Ihr dazu eine Meinung habt, dann dürft Ihr jetzt mein tolles neues Disqus-Plugin ausprobieren
)
Nachtrag: Mein aktueller Studienbrief, den ich gerade beginne zu beackern (also: WENN ich beginne
), heißt “Gesprächsführung und Selbstmanagement”. Soviel zur Ironie des Moments.


